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Nun denn.

Pfingsten werde ich wohl das eine oder andere Bier trinken können.

Der Clearblue blieb heute Abend blütenweiß, und ich bin realistisch genug, mir vom morgigen Bluttest nichts anderes zu erwarten.

Und mehr hab ich dazu gerade auch gar nicht zu sagen.

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Ein Warteschleifen-Pieps

Irgendwie verfliegt die Warteschleifenzeit jetzt doch mal wieder relativ gut. Jetzt sind es schon nur noch 3 Tage bis zum offiziellen Bluttest. Und nur noch zwei Mal schlafen, bis ich das Ergebnis kenne – denn (ich schreibe das hier gefühlt zum 100. Mal, aber es kommen ja doch immer noch neue Leserinnen dazu) am Abend vor dem Bluttest teste ich traditionell zu Hause mit meinem Mann und einem ganz normalen Urintest.

„Traditionell“ – schon ein bisschen traurig, dass ich das hier so schreiben kann. Aber bei der ingesamt 8. oder 9. Behandlung (ich hab tatsächlich den Überblick über unsere VZO-Zyklen verloren, aber wir hatten ja 3 IUIs, eine IVF und jetzt die 2. ICSI) kann man das wohl guten Gewissens so bezeichnen. Jedenfalls teste ich schon vorab daheim, damit der Mann dabei sein kann, wenn wir das Ergebnis erfahren und damit ich am nächsten Tag nicht vom Ergebnis so überrollt werde.

Jetzt, wo ich darüber nachdenke, könnte ich mit der Tradition sogar mal brechen. Am Freitag, wenn der Bluttest ist, habe ich nämlich frei. Naja, morgens muss ich arbeiten, aber nur ein bisschen. Wenn mittags Telefonzeit in der Klinik ist, dürfte ich schon wieder bei meinem Mann sein. Da muss ich das wohl noch mal mit ihm besprechen, ob wir trotzdem vorher testen. Man will es ja auch wissen, so ist es ja nicht. 😉

Gefühlt bin ich mittlerweile wieder negativer eingestellt, wo ich zwischendurch ganz optimistisch war. Aber mittlerweile habe ich eher so ein „Pffff, wieso sollte es jetzt plötzlich klappen?“ im Kopf. Obwohl die Antwort darauf natürlich „Wahrscheinlichkeit, umgestellte Medikamente, Glück“ ist, ist das jahrelange „Es gibt keinen Grund, weshalb es nicht klappen sollte“ mir offensichtlich ECHT auf den Optimismus geschlagen.

Ich FÜHLE mich jedenfalls nicht schwanger – was nichts heißt, ich weiß… Ich schwanke halt wie üblich zwischen „Ach das wird doch eh wieder nix“ und „Oh mein Gott, vielleicht bin ich gerade schon SCHWANGER!!!“

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Halbzeit

Halbzeit! Eine Woche Warteschleife ist schon geschafft. Dank Feiertag und entsprechend schöner Aktivitäten war es gar nicht so schlimm. Ich habe ein gutes Gefühl… Ohne wirklich Gründe dafür zu haben. Natürlich schleichen sich jetzt so langsam die bekannten Utrogest-Anzeichen ein… Insbesondere schwere Brüste (ich habe heute sogar extra einen Sport-BH an).

Ansonsten ziept es ab und zu unmotiviert im Unterleib und ich beobachte das natürlich dann sofort mit Adleraugen. Das kann natürlich alles oder nichts heißen… Wenn ich gerade aktiv bin und es ziept, lasse ich es sofort etwas langsamer angehen (und wenn das heißt, dass ich im Schleichtempo weiter durch den Supermarkt gehe). Wenn ich gerade entspannt bin und es ziept, halte ich ebenfalls inne (so wie gestern an der Nähmaschine) und sehe wohl so ein bisschen aus wie Gollum, während ich in mich hineinhorche:

Wie ich schon auf Twitter schrieb: „Jedes Pieksen im Unterleib wird misstrauisch, hoffnungsvoll, vorsichtig, ängstlich, optimistisch, konzentriert, aufgeregt registriert und mental abgespeichert.“

Das Clexane in Kombi mit dem ASS hat meinen Bauch zu einem kleinen Schlachtfeld gemacht… Das Foto wird dem gar nicht gerecht, die blauen Flecke sind in Wahrheit noch mal deutlich kräftiger. Bikini ist wohl in absehbarer Zeit eher nicht drin:

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Ich rede noch nicht mit meinem Bauch, aber Luke & Leia dürfen zuhause durchaus in unsere Gespräche einfließen. Gestern haben wir sogar Star Wars geschaut.

Jetzt ist es noch eine Woche. Eigentlich hätte ich am Test-Tag freigehabt (wir fahren über Pfingsten weg), aber nun muss ich doch zumindest vormittags arbeiten. Mal sehen, ob ich wieder so ein Nervenbündel wie beim letzten Mal bin. Da war ich ja auch arbeiten, aber war sowas von flattrig und konnte mich gar nicht konzentrieren. Sollte der Test am Vorabend positiv sein, wird das sicherlich zu 100% wieder so sein! 😀

Tja nun, sonst habe ich auch nicht wirklich viel zu erzählen. Vielleicht noch, dass ich mich neulich doch tatsächlich habe hinreißen lassen und zwei Babypullis bestellt habe, als ich sowieso Stoff zum Nähen geshoppt habe. Die waren nämlich super reduziert und soooo süß! Und ein bisschen Optimismus kann ja auch nicht schaden, denke ich. Schaut mal:

Das sind noch die Screenshots aus dem Shop, aber mittlerweile sind beide angekommen und auch in echt so niedlich wie auf den Bildern! ❤ Da können Luke & Leia also kommen, warm anziehen kann ich sie schon mal. (NATÜRLICH habe ich schon den planmäßigen Geburtstermin im Falle eines positiven Ergebnisses nachgeschaut: 22. Januar!)

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Guter Hoffnung sein

„Guter Hoffnung sein“: ein altertümlicher Begriff für die Schwangerschaft. Damals, als noch viel mehr als heute Vertrauen ein wichtiger Faktor war, weil die Medizin einfach viel weniger bieten konnte, als das heute der Fall ist. Man hatte halt die Hoffnung, dass alles gut ist. Ganz ohne Ultraschall, Feindiagnostik, Organscreening und Co., einfach nur Hoffnung und Vertrauen.

Hoffnung und Vertrauen, das ist auch in den zwei Wochen „Warteschleife“ alles, was einem bleibt. So bin ich also nun guter Hoffnung. Am Freitag wurden mir ein Drei- und ein Vierzeller eingesetzt. Da es der vierte Mai war – Star Wars Day (May the fourth be with you…) – habe ich die beiden dieses Mal Luke und Leia getauft. Und ich hoffe natürlich, dass Luke und Leia sich wohlfühlen, wachsen, gedeien und irgendwann vielleicht in unseren Armen liegen können. Das ist meine Hoffnung.

Ob ich daran glaube, ich kann es gar nicht sagen. Gestern waren wir auf einem Geburtstag mit vielen, vielen Kindern, die ich alle mal ein bisschen bespaßen konnte. Das war schön. Anschließend sind wir auf ein Konzert gefahren, die Mütter auf dem Geburtstag waren teilweise sehr neidisch. (Die Väter nicht so sehr – die kriegen ihre Freiheiten, das setzen sie schon durch…. Hier bitte Augenrollen einfügen.) Also – das beste aus zwei Welten?

Wie dem auch sei, erst einmal bin ich nun guter Hoffnung. Wir hatten dieses Mal 11 Eizellen, die bei der Punktion entnommen werden konnten. Davon waren erst mal nur eine, etwas später auf natürlichem Wege nachgereift acht Eizellen reif, davon ließen sich fünf befruchten. Eine davon teilte sich nicht. Das bedeutet, dass ich nun nicht nur Luke und Leia mit mir herumtrage, sondern auch noch zwei Eizellen nach Hoth geschickt habe (für Nicht-Nerds, das ist der Eisplanet – sie sind also schlicht eingefroren). 😉 Wir hätten also noch „Material“ (das klingt so fürchterlich) für eine Kryo. Wir sind also sehr zufrieden, wir haben unsere Befruchtungsrate verdoppelt, mehr hat halt nicht sollen sein, das kann ich akzeptieren.

Jetzt heißt es also mal wieder: Warten, warten, warten. Ich sollte mich vermutlich etwas mehr schonen, als ich das tue. Oder doch nicht? Ich habe keine Ahnung, wie ich mich verhalten sollte, was optimal wäre für so kleine Bauchinsassen, kleine Mitfahrer, kleine Parasiten, die noch keine Menschlein sind, sondern bisher nur Zellhaufen, die noch in ihrer kleinen Hülle stecken. Hoffentlich sprengen sie diese heute oder morgen und saugen sich an mir fest wie kleine Vampire… Verrückte Welt, verrücktes Bild.

Jedenfalls bin ich jetzt noch bis zum 18. Mai „guter Hoffnung“. Und vielleicht sogar noch länger!

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ICSI-Update

Die letzten zwei Tage habe ich völlig ohne Nachdenken rumgekriegt. Also ohne Sorge ob der Zahl der Follikel und der Behandlung und so weiter und so fort. Es ist wirklich erstaunlich. Ich habe ja noch ein paar Gesprächstermine mit meiner Therapeutin „übrig“ und wir haben vereinbart, dass ich mich einfach melde nach der Behandlung. Dann können wir das Ergebnis, in welche Richtung auch immer, verarbeiten. Momentan denke ich mir, dass das gar nicht nötig ist.

Heute wieder Klinik, tatsächlich war die Puregon-Dosis ja auf 200 erhöht worden und somit fand die Ärztin heute ingesamt 11 Follikel. Der größte etwa 18 mm, die kleinsten nicht mal messbar, aber sie meinte, die kämen wahrscheinlich auch noch. Die meisten hatten so 10-11 mm. Die Gebärmutterschleimhaut hatte 7 mm, das hat sie aber nicht kommentiert.

Jedenfalls meinte sie direkt, dass wir das Puregon noch mal erhöhen und tatsächlich soll ich die nächsten Tage 300 Einheiten spritzen (!!). Sie war sehr optimistisch, mir persönlich sagt die Erhöhung der Dosis ja, dass es nicht alles top ist. Sollte ein stetiges Wachstum nicht besser sein, als die Dinger noch mit immer mehr Medizin zu „beschießen“? Na ja, Montag darf ich wiederkommen. Die Punktion ist dann aller Wahrscheinlichkeit nach am Mittwoch. Ich bin sehr froh, denn der Montag hätte mir wirklich nicht gut gepasst (mal wieder). Der Mittwoch ist völlig okay.

Ich hab schon auf der Arbeit gemeldet, dass ich dann nicht da bin, sondern „noch mal kurz ins Krankenhaus muss, aber alles gut, macht euch keine Sorgen“. Niemand hat nachgefragt, was ich ihnen hoch anrechne. Sie merken natürlich, dass ich es nicht erzählen will, aber manche Menschen hält das ja nicht ab, trotzdem nachzufragen. Hier haben mir nur alle „alles Gute“ gewünscht, ohne zu wissen wofür. ❤

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ICSI-News

Jetzt will ich doch mal was über die Behandlung schreiben, da ich im Nachhinein die Dokumentation immer zu schätzen wusste.

Die Stimulation merke ich so ungefähr gar nicht. Das Synarela Nasenspray vertrage ich gut, die Puregon-Spritzen stecke ich munter hier und dort in meinen Bauch, man hat die Routine mittlerweile. Die Menogon-Spritzen müssen erst gemischt werden und nach einer Woche kann ich sagen, dass wir es inzwischen drauf haben, nachdem es anfangs doch etwas umständlich war. Das beste daran: Ich habe erst immer gesagt, dass ich es allein mache, um meinen Mann nicht auch noch damit zu belasten. Reicht ja, wenn eine sich damit rumschlagen muss. Am zweiten Tag hat er das allerdings nicht mehr zugelassen und ich habe direkt gemerkt (und er hat es auch gesagt), dass das super ist. Er hat das Gefühl, dass er endlich auch mal was machen kann, um mir zu helfen. Also, was konkretes. Statt ihn zu „entlasten“, indem ich es selber mache, rufe ich ihn jetzt also immer und lasse ihn die Menogon zusammenbasteln. 🙂

Heute war dann der erste Ultraschall nach Stimulationsbeginn, also wie immer nach einer Woche.

Ich musste sehr wenig warten und hatte eine nette junge Ärztin, deren Namen ich mir noch nicht gemerkt habe, die ich aber vor einer Woche auch schon hatte. Sehr sympathisch, wir flachsen immer ein bisschen rum, aber gleichzeitig ist sie professionell, erklärt gut, und beantwortet Fragen. Und fragt sogar nach, ob ich Fragen habe UND gibt mir Zeit, darüber nachzudenken, ob ich Fragen habe. Das machen ja irgendwie immer nur die Ärztinnen, nie die Ärzte!

Wie dem auch sei, der Ultraschall ergab eine noch sehr flache Schleimhaut (nicht so gut, den Wert habe ich mir irgendwie dieses Mal nicht gemerkt) und nur drei größere Follikel. DREI! Alle auf der rechten Seite. Ein paar kleinere (winzige) gab es rechts auch noch und links war GAR NICHTS. NULL. NADA! Was geht?!

Ich wurde ganz nervös. Die Ärztin blätterte in den Unterlagen und beruhigte mich, das sei gar kein Problem, das sei bei der IVF auch schon so gewesen und da hätten wir ja auch am Ende eine Menge rausgeholt. Ich blieb skeptisch, aber nun gut. Machen kann ich eh nichts daran. Das Puregon wird nun erhöht (wie hoch, erfahre ich heute Mittag), Menogon bleibt gleich.

Ich habe nachgeschaut, wie es bei der IVF denn nun tatsächlich war (ich sagte ja, ich schätze die Dokumentationsfunktion dieses Blogs manchmal sehr):

Sie entdeckte eine 6 mm dicke Gebärmutterschleimhaut (einwandfrei), rechts 3 große Follikel und 5 kleinere, sowie links die bekannte eingeblutete Zyste und noch 7 Follikel. Also 15 insgesamt.

Naaaa jaaaa. Ja gut, 3 größere (so 11-15 mm) waren ja auch dieses Mal wieder dabei. Die winzigen hat sie nicht gezählt… Sie waren aber auch echt mini. (Ich finde es übrigens faszinierend, was man mittlerweile im Ultraschall alles erkennt. Früher waren das nix als grisselige Landkarten für mich…. Heute weiß ich, ah guck an, die Gebärmutterschleimhaut, und so weiter.)

Na, ich versuche, mich nicht verrückt zu machen. Erstens würde es sowieso nichts ändern. Zweitens denke ich mir: Wir hatten immer unsere 14-15 Follikel, aber was hat es uns gebracht? Nichts. Also vielleicht leben wir einfach damit, dass es weniger sind, wenn sie dafür eine bessere Qualität haben? Natürlich immer vorausgesetzt, dass sie das dann auch tatsächlich haben. Weiß man ja nicht.

Heute Mittag kriege ich die Info über die neue Puregon-Menge und Freitag darf ich dann zur Kontrolle wiederkommen. Ob dann am Montag schon die Punktion stattfindet? Ich bin gespannt und hoffe auf den Mittwoch, aber halte es für nicht sooo wahrscheinlich.

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ICSI-Business as usual: Alles ist okay.

Es ist ja so eine Sache mit der Zeit. Denn während ich bei den vorangegangenen Behandlungen geflucht und gehadert habe, wie SCHRECKLICH LANGE das alles dauert, bin ich dieses Mal so „Hups! Ist es schon wieder soweit?“ Dabei dauert objektiv gesehen natürlich alles genau so lange wie die letzten Male auch. Einstein hatte eben recht, alles ist relativ und an der Zeit merkt man es ganz besonders.

Heute war nun schon der erste Ultraschall in der Klinik. Das Synarela vertrage ich dieses Mal wieder ganz gut, ein Glück! Heute lege ich also mit den Spritzen los. Unterschied zu den letzten Malen: Ich darf mich gleich doppelt spritzen (yay!), Puregon (125 Einheiten) und Menogon (75 Einheiten) gibt’s. Dazu ASS, wie mit der Ärztin besprochen.

Punktion hätte ich dann mal so ungefähr für den 30. ausgerechnet… Was natürlich suuuuper ist (ihr hört die Ironie), so schön am Brückentag, natürlich keiner der Brückentage, an denen ich Urlaub habe. Seufz. Außerdem haben wir für den Abend Konzertkarten. Und ich bin jemand, die bei Konzerten bevorzugt hüpft, springt und den Moshpit erobert. Nach ner Punktion? Eher nicht. Dann muss mich wohl jemand vertreten und ich bleibe zu Hause. Yay.

Aber ja, so ist es bei mir ehrlich gesagt jetzt meistens, denn ich habe viele Pläne und Termine. Wenn ihr also noch etwas sucht, was die Zeit so einer Behandlung wahnsinnig kurz erscheinen lässt, ist mein Rat: Schüttet euch mit Freizeitaktivitäten zu. Dann denkt auch ihr plötzlich „WTF, schon wieder Punktionszeit?“ Dabei hätte ich noch vor einem Jahr um diese Zeit wirklich gejammert, dass schon wieder fast Mai ist. Wir wollten ja auch dieses Mal eigentlich im Januar angefangen haben, danke liebe Schilddrüse.

Vielleicht ist das ein Zeichen, dass ich durch bin. Und ich bin auch durch, durch mit der Behandlungsgeschichte. Es belastet mich nicht wirklich, aber die Vorstellung, dass es das letzte Mal ist, ist ehrlich gesagt eine angenehme.

Daher habe ich auch dieses Mal deutlich weniger zu bloggen oder twittern. Ich kann erzählen, dass meine Gebärmutter heute einwandfrei aussah, lehrbuchartig quasi, keine Zysten in Sicht, wunderschön flache Schleimhaut, alles top. Ist ja mal was ganz neues. Nehm ich aber wohl mit.

Und ja, dieser Beitrag ist bei weitem nicht so reflektiert und ausführlich wie viele andere von mir, und ich merke gerade auch, dass ich das so auf einer Pobacke hier runterschreibe, mehr der Vollständigkeit halber als aus einem Bedürfnis, mich mitzuteilen. Und das ist okay. Und das ist gut.

Und vermutlich bedeutet das NICHT, dass ich nicht nach Punktion und (hoffentlich) Transfer ein Nervenbündel sein werde. 😉 Und das ist auch okay.

Alles ist okay.