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Die Kryo: Clemens und Clementinchen.

Lieber Clemens, liebes Clementinchen!

Der Tag, an dem ihr bei eurer Mama in den Bauch eingezogen seid, regnete es. Ich war darauf nicht vorbereitet und hatte keine Jacke mit auf dem Weg zur Klinik, in der ihr auf mich wartetet. Unter einer Brücke wartete ich den Großteil des Regengusses ab, und während ich dort stand, den Regen und die Baustelle anschaute, dachte ich darüber nach, wie absurd das alles war. Ich hier. Ihr dort. Und euer Papa nicht einmal in der Stadt, sondern in einem Büro in der Nachbarstadt. Und trotzdem war heute der Tag der Tage, der Tag, an dem ihr euer Leben fortsetzen würdet, hoffentlich für viele, viele Jahre.

Angefangen hat euer Leben natürlich schon vor langer Zeit. Vor über einem Jahr! Im Mai 2018 seid ihr entstanden, zusammen mit Luke und Leia, die damals nicht bleiben wollten oder konnten. Noch so eine Absurdität. Nüchtern betrachtet steckt so eine Kinderwunschbehandlung voller Absurditäten. Ich hier, und meine potenziellen Kinder noch vor ihrer Geburt anderswo. Meine Kinder, entstanden lange vor ihrem tatsächlichen Geburtstag, sollte es soweit kommen. Meine Kinder, über ein Jahr lang eingefroren. Wenn wir in der Science Fiction darüber reden, dass Leute sich einfrieren lassen, sind diese in der Regel zumindest schon mal geboren. Wir hingegen leben tatsächliche Wissenschaft, wir brauchen keine Science Fiction, wir nehmen nur den Science-Teil und frieren unsere Kinder ein.

Clemens und Clementinchen sind natürlich nur eure Projektnamen. Möglicherweise seid ihr zwei Clemense, oder zwei Clementinchen, oder nichts davon. Eins von euch ein Vierzeller, das andere ein spektakulärer ZEHNzeller. Ihr sitzt nun in Mamas Gebärmutter und teilt euch hoffentlich fleißig. Noch 2-3 Tage, meinte die Biologin, dann solltet ihr euch ein gemütliches Eckchen in der Schleimhaut suchen und euch dort einnisten. Und dann wachsen, wachsen, wachsen.

Es ist erstaunlich, wie anders plötzlich alles ist im Vergleich zu noch vor einigen Stunden. Das absurd-nüchterne, unzeremionielle eines Transfers in der Klinik, durchgeführt mal eben in der Mittagspause zwischen Emails und Mittagessen, innerhalb von 20 Minuten abgehakt, mit anschließendem Füße hochlegen auf der Auto-Rückbank, weil die Klinik das nicht für nötig erachtet und ich mich damit aber trotzdem besser fühle. Und im Gegensatz dazu die plötzliche Emotionalität einer Frau Mitte 30, die sich plötzlich ausmalt, ihren Kindern die Geschichte ihrer Entstehung zu erzählen und die ihnen unbedingt mitteilen möchte, dass es an dem Tag, als sie bei Mama in den Bauch einziehen durften, geregnet hat. Die bei der letzten ICSI noch von „kleine(n) Parasiten, die noch keine Menschlein sind, sondern bisher nur Zellhaufen, die noch in ihrer kleinen Hülle stecken“ schrieb und plötzlich ihre Kinder sieht.

Was ist anders? Vielleicht ist es die Endgültigkeit, das Letzte-Chance-Gefühl. Vielleicht sind es schlicht die Hormone. Vielleicht bricht mein eigentlich doch immer vorhandener Optimismus sich Bahn, verdrängt den in den letzten Behandlungen zunehmend gewachsenen Pragmatismus und Realismus. Allerdings – ich erinnere mich, dass ich auch schon beim letzten Mal zu Luke & Leia eine kleine, unrealistische, aber dennoch emotionale Beziehung aufgebaut habe. Clemens und Clementinchen kommen mir so real vor. Vielleicht, weil sie Namen haben. Absurd-bescheuerte Namen (jedenfalls in der Kombi), aber nichtsdestotrotz Namen. Namen, unter denen ich mir kleine blonde lockige Kinder vorstellen kann, die – völlig abwegig wäre es nicht, wenn man die Termine betrachtet – möglicherweise am gleichen Tag Geburtstag hätten wie ihr Papa. Ihr Papa, der Mann, mit dem ich mir besser Kinder vorstellen kann als mit jedem anderen Mann auf der Welt.

Zwei Wochen haben wir jetzt definitiv mit Clemens und Clementinchen. Zwei Wochen guter Hoffnung, zwei Wochen ein bisschen schwanger. Dann wird’s ernst. Ich mag gar nicht dran denken.

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Die Kryo – jetzt wird’s ernst

Wir liegen wohl nun wirklich in den allerletzten Zügen unserer Kinderwunschbehandlungsreise. Ist das zu glauben? Ich denke, das ist in Ordnung so, es ist Zeit. Unser Erstgespräch hatten wir vor fünf Jahren. Seitdem ist viel passiert.

Aber erst einmal zur aktuellen Kryo-Behandlung. Wir wollen ja vollständig bleiben hier im Blog. Natürlich passte alles supergenau NICHT von der Zeit her. Am Freitag vor Pfingsten durfte ich zur Kontrolle kommen, und man teilte mir mit: Jau, wir machen noch eine Kontrolle, und zwar morgens früh am Pfingstmontag. Und ich so: Whuuuuut?! Natürlich sind wir Pfingsten IMMER weg, und diese Fahrt ist uns auch superwichtig. Naja, die Kryo-Behandlung ist uns natürlich ebenfalls wichtig, und so fuhr ich dann eben schon in der Nacht zum Montag zurück nach Hause, um morgens um 7:20 in der Praxis zum Ultraschall aufzuschlagen. Um 7:40 war ich damit dann übrigens auch fertig, aber nun ja. Es war in Ordnung, wenn auch nicht perfekt.

Der Ultraschall war jedenfalls soweit in Ordnung, dass dann gestern unsere letzten beiden Embryonen aufgetaut wurden. Clemens und Clementinchen, das sind die Projektnamen dieses Mal, habe ich beschlossen. Alles hat geklappt und heute ist dann auch schon der Transfer. Die Zeit fliegt, mir ist es noch nie so schwergefallen wie dieses Mal, alle meine Medikamente pünktlich und regelmäßig zu nehmen (insbesondere das blöde Estramon-Pflaster habe ich gern vor dem Duschen abgemacht und dann nach dem Duschen vergessen, das neue aufzukleben). Das ist zwar blöd, zeigt mir aber, dass der Fokus nicht mehr zu 100% dort liegt.

Zwischenzeitlich hatte ich ja schon die Angst, dass ich eigentlich gar kein Kind mehr möchte, dass es quasi total bescheuert wäre, diese Kryo noch zu machen und dann ein Kind in die Welt zu setzen, das ich eigentlich gar nicht mehr will. Ich glaube nicht mehr, dass das der Fall ist. Ich glaube lediglich, dass ich die Realität der Elternschaft realistischer einschätze als zu Beginn und viele Schwierigkeiten, Hürden, Probleme mitbekommen habe, die es in meinem persönlichen Umfeld zu Beginn unserer Kinderwunschzeit schlicht noch nicht gab, da noch nicht so viele unserer Freunde und Bekannten Eltern waren. Das hat sich jetzt – ich bin 35 Jahre alt, mein Mann 39 – natürlich stark geändert. Und auch online hat sich entweder ein Wandel vollzogen oder ich folge anderen Personen, denn auch auf Twitter und in Blogs werden schwierige Themen weitaus mehr thematisiert als vor einigen Jahren. Sogar auf Instagram mittlerweile – gelegentlich.

Dennoch habe ich gerade am Wochenende wieder gemerkt, wie schön das Leben mit Kindern ist, wie gern ich nicht nur die Wochenend-Tante wäre, und wie viel Liebe ich noch zu verteilen habe. Kürzlich saß ich auf dem Balkon und sah unsere Nachbarstochter von 3 Jahren durch den Garten stapfen und begeistert den Eltern bei der Gartenarbeit helfen und musste weinen, weil ich so etwas vielleicht nie haben würde. Ich denke daher, dass ich mittlerweile wirklich wahrhaftig sagen kann, dass das Leben gut werden wird, egal wie es kommt.

Nun aber auf zum Kryo-Transfer und zwei Wochen auf den Ausgang hoffen, der Clemens oder Clementinchen in unser Leben bringen wird. Oder beide.

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Starting Kryo, again.

So, heute also wieder in der Klinik, Ultraschall. Alles sah ganz normal aus und dass der Zyklus so lange gedauert hat, sei völlig normal, das könne an den Medikamenten liegen. „Na das könnte mir ja mal jemand sagen vielleicht?“ – Ja, aber das sei ja bei jeder Frau anders, man könne da keine Prognosen geben. Na, WAS man aber tun könnte, wäre ja vielleicht, der Frau zu sagen: Möglicherweise wird Ihr Zyklus nun sehr lang dauern, möglicherweise aber auch nicht, machen Sie sich keine Sorgen oder Gedanken, beides ist normal.

Naja, jedenfalls stand ich jetzt vor der Terminplanung mit Pfingsten und ja, ich habe richtig gerechnet, die erste Kontrolle ist am Freitag vor Pfingsten und dann folgt definitiv ein Termin am Pfingstmontag – je nach Ergebnis am Freitag entweder mit Transfer oder noch eine Kontrolle.

Tja, die Entscheidung war dann nun, noch einen Zyklus zu warten oder nicht und ich hab es satt zu warten. Zumal ja auch irgendwann die Immuntherapie wieder abklingt und falls es dann noch mal verschoben wird, meeeeeh. Also werde ich mal sehen, um wie viel Uhr ich Pfingstmontag den Termin bekomme (ich werde um einen möglichst späten bitten) und dann halt im Zweifelsfall den Pfingsttrip früher beenden… Seufz.

ABER es ist das letzte Mal. Wuhuuu! Wie ich unser Glück kenne, wird es sowieso dazu kommen, dass die Eisbärchen nicht richtig auftauen wollen. Das kann passieren, oder? Mal abwarten. Das Estramon-Pflaster wurde jetzt übrigens von der Dosierung 25 auf 50 hochgesetzt. Mal sehen, ob ich dieses Mal mehr merke. Ich hoffe nicht.

Ich verabschiede mich mit niedlichen Eisbärchen-GIFs. Denn niedliche Eisbärchen sind was schönes und viel besser als Eisbärchen, um die man sich Sorgen machen muss.

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Das Fingertrommeln und der 43-Tage-Zyklus

Als wir im April die Kryo abbrechen mussten, weil die Schleimhaut komische Dinge tat, dachte ich: Naja. Dann warte ich jetzt halt eben die zwei Wochen auf den neuen Zyklus und es kann einen neuen Versuch geben. Ich hatte ja auch schon den zeitlichen Ablauf auf den Tag genau ausgerechnet, zumindest schätzungsweise. Und dann… Hat mir mein Körper wieder einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Keine Mens in Sicht, keine Blutung an Zyklustag 29, 30, 31… Da kann ich echt nur den Kopf schütteln, mein wunderbar regelmäßiger Zyklus von 28 Tagen versagt immer regelmäßig genau dann, wenn ich es nicht gebrauchen kann. Vielleicht ist das psychisch?

Jedenfalls dauerte der Zyklus nun sagenhafte 43 Tage, es war wirklich zum Mäusemelken. Und nun ist er da, morgen (ZT 2) soll ich in die Klinik kommen und dann mal sehen, was sie sagen.

Und jetzt RATET MAL, wem das alles gar nicht zeitlich in den Kram passt, nämlich mir. Aaaah! Wenn ich nämlich jetzt mit der Kryo beginne, ist in ungefähr zwei Wochen Transfer und das wäre Pfingsten. Das geht mal gar nicht. Da sind wir unterwegs. Eigentlich wäre es wahrscheinlich aber sogar kurz nach Pfingsten. Hmm. Ach. Ich weiß ja auch nicht. Ich denke, ich gehe morgen hin und werde das ansprechen. Und mit meinem Mann natürlich auch besprechen. Rein theoretisch wäre es nämlich sogar möglich (wenn auch natürlich nervig), während des Pfingsttrips kurz zur Klinik zu fahren, so weit ist die nicht weg. Aber dann muss man allen vor Ort erklären, was Sache ist.

Aber vielleicht sagt die Klinik ja sowieso, dass wir nach so einem langen Zyklus vielleicht erst einmal abwarten sollten, wie sich dieser jetzt entwickelt. Keine Ahnung. Ich finde ja, der Zyklus hätte jetzt auch einfach noch mal ein paar Tage warten können. Wenn er eh schon so trödelt! ^^

Mal sehen, was wird.

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Die Kryo: Mission abbrechen!

Die Kryo plätscherte so vor sich hin. Die Hormone halten sich in ihren Auswirkungen in Grenzen, bisschen nervig, sich das alles zu merken (3x am Tag Tabletten, alle 2 Tage Pflaster wechseln), aber mit den nötigen Erinnerungen im Smartphone geht auch das.

Freitag war dann der erste Kliniktermin, Blutabnahme und Ultraschall. Lieblingsärztin Frau Dr. C. bescheinigte mir ein, Zitat „perfektes Endometrium“ und kündigte einen wahrscheinlichen Transfer am Montag an, sofern die Hormone im Blut auch ok wären. Mittags dann der Anruf, nööö, die Hormone seien noch nicht so weit. Transfer voraussichtlich am Mittwoch, Montag noch mal zur Kontrolle.

Heute also Montag, Kontrolle. Nicht Frau Dr. C., sondern die junge Ärztin mit dem netten Akzent, die ich schon ein paar Mal hatte und die ich mittlerweile auch ganz gern mag. Wir plauderten, sie kündigte mir schon an, dass sie am Mittwoch Dienst hätte und den Transfer dann wohl vornehmen würde, und dann schaute sie auf den Ultraschall und sagte „Oh“.

Das perfekte Endometrium, also meine Schleimhaut, war wieder geschrumpft und im Ultraschall heller geworden. Was genau das heißt? Der Eisprung könnte schon gewesen sein (die Blutwerte widersprachen da aber glaube ich) ooooder nichts genaues weiß man nicht. Es ist auf jeden Fall nicht perfekt, und daher … gibt es keinen Transfer.

Bumm. Das war’s für diesen Zyklus, nächsten Zyklus versuchen wir es wieder. Dabei hätte ich einen Transfer am Feiertag (1. Mai) so schön gefunden. Aber die Umstände sollten schon so gut wie möglich sein, bevor wir unsere letzte Chance verbraten… Das ist schon richtig.

Dennoch bin ich natürlich genervt. Der unendliche Hürdenlauf. Erst musste man dauernd über neue Hürden springen, und jetzt, wo die Ziellinie in Sicht ist, wird sie heimlich noch mal schnell 50 Meter nach hinten verschoben, kaum dass ich kurz nicht hingucke. Also nächsten Zyklus wieder Tabletten nehmen, Pflaster kleben… Hach ja.

Alle anderen können jetzt aufhören zu lesen. Ich gucke kurz in den Kalender, nur für mich selbst, es wird also schätzungsweise:

ZT 1: 12. Mai. Das ist gut, da ist unsere Veranstaltung am 11. Mai vorbei (ach! ^^)
ZT 13, 1. Kontrolltermin: 24. Mai. Dann kann ich auf meiner Geburtstagsfeier am 25. Mai wenigstens noch mit anstoßen, denn der Transfer wird danach sein.
Transfer dann vermutlich so 27.-29. Mai, was mich mal wieder nach Pfingsten testen lässt. Öfter mal was neues.

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Die Kryo: Zyklustag 1

Auf den Tag exakt einen Monat nach der Bauchspiegelung war es gestern soweit: Zyklustag 1! Damit hatte sich meine Mens durch die OP um gut 10 Tage verzögert. Tatsächlich ist das völlig okay, und passt mir sogar besonders gut in den Plan! (Das muss ich jetzt mal schreiben, weil ich sonst immer nur jammere, dass mir das ganze Behandlugnszeugs zeitlich „gerade“ so gar nicht in den Kram passt. Aber dieses Mal ist alles gut!)

Ich habe also gleich mit der Medikamenteneinnahme begonnen. Progynova ist übrigens nicht, wie ich das beim letzten Mal fälschlicherweise behauptet habe, eine Antibaby-Pille, sondern genauso wie das Estramon-Pflaster ein Hormonpräparat für die Wechseljahre. Es hat sogar den selben Wirkstoff wie das Pflaster, nämlich Estradiol. Alles sind mal wieder Medikamente, die eigentlich für den Einsatz in den Wechseljahren vorgesehen sind (das Utrogest, das ich bisher bei jeder einzelnen Behandlung bekommen habe, ja auch – mein Körper wird nur müde lächeln, wenn er das irgendwann in den Wechseljahren wieder bekommen sollte, und rufen „Kenn ich doch schon!“). Dadurch soll die Gebärmutterschleimhaut schön dick werden, vermutlich damit sie sämtliche eingesetzte Embyronen direkt in sich aufsaugt. 😀

Als ich die Packungsbeilage von den Pflastern aufgeblättert habe, bin ich ja fast rückwärts vom Stuhl gefallen. Die Nebenwirkungsliste ist dermaßen lang!!! Und durchaus einiges unter dem Punkt „Häufig/sehr häufig“. Kopfschmerzen, Brustschmerzen, Übelkeit, Rückenschmerzen (WTF), Schlaflosigkeit, Gebärmutterkrämpfe, aber auch psychisches wie Nervosität, Depressionen, Zitat „Schnelle und häufige Änderung der Stimmung“, und das ist ungefähr ein Drittel. Uaaaah. Macht Mut, oder? Bisher habe ich noch nichts davon gemerkt und ich hoffe, das bleibt so. Zumal ich ja zwei solcher Präparate gleichzeitig nehme und das noch höher dosiert, als in der Packung vorgesehen ist. Das Progynova nehme ich täglich, die ersten fünf Tage einmal täglich (so ist es vorgesehen), danach fünf Tage lang 2x täglich und den Rest sogar 3x täglich!!! Und das Pflaster wechsle ich alle 2 Tage, ist eigentlich alle 3-4 Tage laut Packungsbeilage nötig. D.h. es ist schon ziemlich hochdosiert und ich würde mich nicht wundern, wenn das die Nebenwirkungen ebenfalls erhöhen würde. Hui.

Nachher muss ich in der Klinik anrufen und einen Termin für den ersten Ultraschall ausmachen. Zyklustag 11-13 irgendwann, also Ende nächster Woche. Transfer ist wohl gar nicht so lang danach. Es heißt also mal wieder warten… Warten, ob unsere aufgetauten Embryonen sich überhaupt weiter entwickeln zum Beispiel. Oh Mann, ich hoffe es!!!

So, das war meine kurze Statusmeldung fürs Protokoll! 🙂

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Eine kurze Zusammenfassung vor der Kryo

So, haltet euch mal alle kurz die Nasen und Augen zu, während ich hier etwas den Staub wegpuste… Hust, hust… Ja, ich habe schon lange nichts mehr geschrieben. Und das, obwohl mich zwischenzeitlich nette Kommentare erreicht haben. Die lese ich übrigens alle, denn ich bekomme sie automatisch per Mail.

Der letzte Eintrag war im Januar und seitdem ist einiges passiert. Zum einen waren wir zum zweiten Termin für die Partnerimmunisierung in Göttingen. Wir haben uns wieder eine richtig schöne Paar-Zeit gemacht und uns nicht so sehr auf die Behandlung fokussiert, so war es alles halb so wild. Angenehm ist es nämlich nicht. Diese Baustelle ist jetzt aber immerhin abgeschlossen. Schon komisch, dass man bei der Behandlung nicht wirklich sagen kann, ob sie erfolgreich war oder nicht. Aber man testet ja vorher auch nicht wirklich, ob sie nötig ist. Mir kommt das alles irgendwie arg wie ein Schuss ins Blaue vor und die Schilderungen des Arztes war schon auch ein bisschen gruselig. So muss ich jetzt z.B. bei einer Organspende (also wenn ich eine bekomme) immer angeben, dass ich auch die Blutzellen meines Mannes in mir habe. Es ist wild.

Naja, dann gab es da ja noch die Bauchspiegelung. Wie beim letzten Mal habe ich zwar eine Tasche gepackt, aber eher halbherzig. War doch alles ambulant geplant und letztes Mal auch keine große Sache. Ich habe sogar ernsthaft überlegt, einen Tag nach der OP aufs Konzert zu gehen, für das ich Karten hatte. Natürlich nicht groß mit Rumhopsen, sondern nur in der Ecke stehen, aber ich habe darüber nachgedacht.

Tja, nachdem die Endometriose beim letzten Mal ja nicht so sehr viel war, war es dieses Mal wohl deutlich mehr. Insbesondere rund um den Harnleiter. Ich wachte also mit Drainage auf und mir wurde gesagt, dass ich noch eine Nacht bleiben müsste. Es wurden letzten Endes sogar zwei.

Glücklicherweise waren wir nur mit sehr netten Frauen auf dem Zimmer und haben uns alle super verstanden. Aber dennoch war ich froh, als ich endlich entlassen wurde und zuhause auf dem Sofa rumlungern durfte. Ich war insgesamt zwei Wochen krankgeschrieben (inklusive OP)! Den Kollegen hatte ich eine Woche angekündigt, da hatte ich schon ein etwas schlechtes Gewissen. Aber was will man machen.

Tja, und jetzt sitze ich hier, habe alle Medikamente für den Kryo-Zyklus zusammen und warte auf Zyklustag 1 (mal wieder). Eigentlich sollte er schon seit einer Woche da sein, aber die OP hat anscheinend alles durcheinandergeworfen. Ich weiß auch nicht mehr, wie es beim letzten Mal war.

Medikamentös wird dieses Mal alles etwas anders, da es ja die Kryo-Behandlung ist und somit keine Eizellen wachsen müssen. Ich nehme daher hochdosiert die Pille (Progynova) und Estramon-Pflaster. Ich bin gespannt, wie dieser Hormoncocktail sich bei mir so auswirkt.

Ich hoffe jedenfalls, dass der Start nicht mehr so lang auf sich warten lässt. Und ich bin wirklich gespannt, wie die ganze Geschichte ausgeht.