1. IVF: Der Vorzyklus

Letzte Woche hatte ich endlich die Genehmigung des Behandlungsplan durch die Krankenkasse im Briefkasten. Sie genehmigen direkt 3 Versuche, ist das nicht toll? Jedenfalls konnte ich mit dieser Genehmigung direkt in die Klinik fahren, meine Rezepte abholen und im Anschluss direkt die Medikamente. Diese musste ich in der Klinik-Apotheke abholen, wo sie dafür ca. 20% günstiger sein sollen. Bezahlen musste ich erst mal aber gar nichts, das wird am Ende wohl alles zusammen abgerechnet.

Tja, da saß ich dann und wartete in der Apotheke, bis alles zusammengesucht war. Und als die Dame zurückkam, war ich erst einmal etwas schockiert. Es war nämlich ein richtiger BERG an Medikamenten. Boah! So viele! Und ich musste doch noch ins Büro… Zum Glück waren sie in einer undurchsichtigen Kühltasche verpackt (Puregon und Otrivelle müssen ja auch gekühlt werden – das ging zum Glück im Bürokühlschrank, in ein Handtuch eingewickelt, recht unauffällig).

Samstag war dann der erste Zyklustag – pünktlich auf die Minute, glücklicherweise. Ich war ja nun auf alles vorbereitet, aber tatsächlich musste ich erst am 5. Zyklustag beginnen, die Pille zu nehmen! Hätte man mir ja auch mal vorher sagen können, dann wäre ich nicht so hektisch geworden.

Wie dem auch sei, heute dann also die erste Pille und mittags in der Klinik angerufen. Der Zeitplan sieht jetzt folgendermaßen aus:

17.9. erster Zyklustag
21.9. Beginn der Pillen-Einnahme
8.10. Beginn des Nasensprays
12.10. Letzter Pillen-Tag
(15.10. Beginn des nächsten Zyklus, das spielt aber keine Rolle mehr laut Klinik)
24.10. Kliniktermin (Ultraschall, Blutabnahme)

Das ist eeeewig! Mir kommt die Pause von über zwei Wochen zwischendrin echt lang vor. Ich habe also Google angeschmissen und folgendes gefunden:

Das lange Protokoll, auch „long protocoll“ genannt, ist der Klassiker bei der Stimulation für die IVF und ICSI. Hierbei wird in der Mitte der zweiten Zyklushälfte (21.-23. Zyklustag) ein langwirkendes Medikament zur Downregulation gegeben (Depotpräparat).

Dann wird der Eintritt der Wirkung des Präparates abgewartet. Die Vorgehensweise ist hier variabel. Manche Zentren warten nur die Blutung ab und beginnen dann mit der Stimulation der Eierstöcke am 3. Zyklustag. Andere warten eine festen Zeitraum ab (oft 14 Tage) und kontrollieren zunächst, ob die Downregulation ausreichend gewirkt hat (Bestimmung von LH, FSH und Östradiol). Sind die Hormone ausreichend supprimiert, wird mit der Stimulation mit Gonadotropinen begonnen. Die Blutung tritt nach der Downregulation meist etwas verzögert ein.

Besonderheiten

(…) Bei normaler Ovarialfunktion ist mit dieser Methode die Reaktion deutlich stärker als bei den anderen Protokollen und Überstimulationssyndrome häufiger. Bei „low-respondern„, also Frauen, deren Eierstöcke eher schwach und verzögert reagieren, kann es zu einer so starken Unterdrückung der Eierstocksfunktion kommen, dass nicht mehr genügend Eizellen für die Therapie gebildet werden.

Quelle: http://www.wunschkinder.net/theorie/behandlungen-methoden/hormone/protokolle-stimulation-hormongaben/langes-protokoll/

So ist das also. Anderswo habe ich gefunden, dass dieses Vorgehen (Protokoll) veraltet sein soll. Weiß ich jetzt natürlich nicht. Ich denke mir, die werden schon wissen, was sie tun. Ich sehe hier bei mir natürlich die Gefahr der Überstimulation. Wir werden sehen. Das meine Klinik zu denen gehört, die erst mal 14 Tage warten, kommt mir auch irgendwie merkwürdig vor. Aber ich denke, sie gehen auf Nummer sicher. Verrückt macht mich das alles so oder so, alles ist neu, und ich habe immer Angst, am Telefon etwas falsch zu verstehen oder dass man mir aus Versehen mal was falsches sagt. Direkt nach dem Auflegen dachte ich jedenfalls heute „Das kann doch gar nicht sein, dass ich mit dem Puregon erst SO SPÄT anfangen muss“ und hätte beinahe direkt wieder angerufen. 😉 Aber die Seite hat mich jetzt etwas beruhigt…

Was ich mich noch frage: Wieso hab ich eigentlich Otrivelle bekommen, das doch den Eisprung auslösen soll? Ich muss/will doch gar keinen Eisprung haben? Wofür ist das Clexane und wann muss ich das spritzen? Vermutlich nach dem Transfer, oder? Was für Nebenwirkungen kommen mit dem Nasenspray auf mich zu?

Am liebsten würde ich heute hektisch im Kreis laufen und panisch mit den Händen wedeln. Nun ja. Jetzt muss ich tatsächlich noch über einen Monat warten, bis wieder etwas passiert. Zum Glück sind wir äußerst gut abgelenkt. Ein Urlaub UND ein Umzug sollten wohl ausreichen, oder?

Advertisements

9 Gedanken zu “1. IVF: Der Vorzyklus

  1. Erstmal ein großes Lob, dass ihr euch so prächtig ablenkt. 😉 ich hoffe es kommt erst der Umzug und dann der Urlaub… zum Eisprung auslösen kann ich dir sagen, dass man das vor der Punktion so macht, allerdings weiß ich nicht warum 😂 ich würde deiner Klinik auch einfach vertrauen, schließlich kennen sie alle deine Werte. Weißt du denn wie hoch dein AMH ist? Da kann man in etwa abschätzen, ob man zu ÜStimu neigt. Ich drücke die Daumen, wir liegen ja dann doch recht zeitnah beieinander . Ich geh am 05.10. zum Vorgespräch und Medis holen

    Gefällt 1 Person

    • Ich weiß nicht mal, WAS AMH ist! 🙈😂 Das mit der Gefahr der Überstimulation hab ich mir vermutet, weil es so schnell immer geht bei mir und letztes Mal bei nur 50 Einheiten Puregon ja schon 3 gewachsen sind.

      Übrigens ist tatsächlich erst Urlaub, dann Umzug 🙈 Das hat sich etwas doof ergeben, aber egal. Wird schon! Freue mich auf beides, irgendwie!

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s