Genetische Untersuchung?

 

Herr D. von der AOK hat heute angerufen, nachdem ich am Dienstag eine Nachfrage gestellt hatte, wie der Stand unseres Widerspruchs sei. Am Mittwoch rief er schon zurück – entschuldigte sich, dass er es nicht Dienstagabend noch geschafft hatte, erzählte, dass das Gutachten beim MdK sei, die Kollegin habe schon am Montag dort nachgehakt, aber er am Mittwoch auch noch einmal, das sei noch nicht in Bearbeitung. Er würde jetzt aber jeden Montag dort anrufen und „die ein bisschen nerven“. Auch er fand die Wartezeit – mittlerweile 2,5 Monate – nämlich unsäglich. Heute rief er dann erneut an: Das Gutachten sei fertig.

Huch! Das ging plötzlich schnell. Ich denke mal, sein persönlicher Anruf als Leiter der Leistungsabteilung könnte geholfen haben. Wie dem auch sei, es ist natürlich eine Absage.

ABER!

Offenkundig hat der MdK die neuen Richtlinien mit einbezogen. Der ursprüngliche Antrag wurde ja mit den Spermiogramm-Werten meines Mannes abgelehnt, die zu gut waren. Das war im März. Zum 1. Juni wurden die Richtlinien geändert, nun gibt es keine festen Werte mehr, unter die der Mann fallen muss, es muss nun einfach nachgewiesen werden, dass die Werte schlecht sind. Und das sind sie ja, sie sind halt nicht mehr katastrophal, aber auch nicht gut.

NUN schreibt der MdK folgendes (übrigens ja, dieses teils schlechte Deutsch zitiere ich wörtlich):

In den vorliegenden Spermiogrammen sind jeweils nur wenige Normalformen nachweisbar gewesen als auch denkbare Ursache des bisherigen unerfüllten Kinderwunsches. Wie im Bericht der (…) Klinik aufgeführt, kann die Chance für den Eintritt einer Schwangerschaft durch eine ICSI-Behandlung erhöht werden. Jedoch ist erneut anzumerken, das, wie bereits in meinem Vorgutachten aufgeführt, zuvor eine genetische Untersuchung erfolgen sollte bei bereits einmalig aufgetretenem Abortus inkompletus im Jahr 2014 unklarer Genese. Fruchtbarkeitsstörungen und Aborte können auch genetische Ursachen haben mit auch erhöhtem Risiko bzgl. angeborener Krankheiten und Behinderungen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, das ohne vorherige genetische Untersuchung/Beratung die Kostenübernahme einer ICSI-Behandlung zu Lasten der Krankenkasse aus sozialmedizinischer Sicht nicht befürwortet wird.

Oha! Das ist eine andere Begründung als beim ersten Mal.

Natürlich weiß ich immer noch nicht genau, was nun mit genetischer Untersuchung gemeint ist, und finde es auch nicht unbedingt logisch, die Fehlgeburt in der 7. Woche (!) da so groß rauszuhängen, denn wieviel Prozent der Schwangerschaften gehen in den ersten 8 Wochen noch gleich verloren? 30%? Jedenfalls eine Menge, so viel weiß ich. Dennoch klingt das doch erst mal recht positiv, sofern man diese Untersuchung nachreicht. Ich habe meine Klinik direkt mal um Rückruf gebeten, um zu klären, was wir jetzt tun müssen.

Herr D. von der AOK war übrigens super. Freundlich, engagiert, verständnisvoll. Naja, kann er ja auch sein, er kann den schwarzen Peter ja dem MdK zuschieben. Aber er wirkte auf mich sehr ehrlich und positiv. Er sagte auch, er könne natürlich nicht garantieren, dass der MdK den Antrag nach Einreichen der geforderten Untersuchung genehmige. Dennoch war er ähnlich optimistisch wie ich. Natürlich immer vorausgesetzt, bei dieser ominösen Untersuchung – weiß jemand, was gemeint sein könnte?! – kommt nichts überraschendes raus!

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8 Gedanken zu “Genetische Untersuchung?

  1. Ist ja sehr interessant, dass sie die Absage jetzt anders begründen… *kopfschüttel*
    Also wir haben uns genetisch untersuchen lassen, das war aber definitiv keine Voraussetzung bei der Krankenkasse. Unsere Klinik sagte uns direkt beim ersten Termin, dass sie allen ICSI-Kandidaten die Genetische Beratung empfehlen müssen, dass diese aber nicht verpflichtend ist. Das könnten wir uns selbst überlegen, ob wir das wollen.
    In der Regel wartet man lange auf einen Termin bei einem Humangenetiker, da diese sehr rar sind. Und auch auf die Ergebnisse mussten wir etwa 2 Monate warten.

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      • Upps! Zu früh gesendet! 😉
        Dass sie es anders begründen, finde ich nicht so komisch, da sich die Richtlinien ja geändert haben. Im letzten Gutachten wurde die genetische Untersuchung tatsächlich auch erwähnt, nur halt eher unter „ferner liefen“, weil ja da noch die genauen Spermiogrammwerte ausschlaggebend waren.

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  2. Hm, ich finde das nicht ganz so negativ und es macht vielleicht ja doch Hoffnung das es nach der Genetik genehmigt wird. Die haben wir übrigens auch total unkompliziert bei Dr. Reichel-Fentz gemacht. Dabei werdet ihr beide auf diverse genetische Erkrankungen untersucht die eine SS verhindern könnten oder für MAs verantwortlich sind. Glaube hab auch einen Beitrag dazu.

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  3. Hallo
    So wie ich es lese hattest Du schon eine Fehlgeburt. Es kann dafür tatsächlich genetische Gründe geben wenn es mehrfach vorkommt. Bei einem Abort finde ich es seltsam eine Untersuching zu verlangen vor einer Icsi. Die Bluttests kann Deine Kinderwuschpraxis machen oder ein Hämatologe. Ggf. musst Du wenn was herauskommt Heparin spritzen. Weitere Infos kann ich gerne geben.

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    • Es ist doch besser alles abklären zu lassen bevor man in einem Versuch geht. Vor allem da diese Vorgeschichte ja doch schon was länger ist. Und die Genetik hat nichts mit Heparin zu tun. Oder wie meinst du das? Das wird entweder bei einer Gerinnungsstörung gespritzt oder unterstütztend, auch wenn keine Indikation vorliegt.

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  4. Ach sovon Reichel Fentz würde ich die Finger lassen habe ganz schlechte Erfahrungen gemacht. Die Macht nur Geld. Auch wenn es viele leider anders sehen…

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