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Es geht voran.

Langsam, aber sicher bewegen wir uns nun tatsächlich auf unsere erste ICSI zu. Ist das zu fassen? Der genehmigte Behandlungsplan von der Krankenkasse war letzte Woche im Briefkasten. Da ich ja schon wusste, was darin steht, habe ich den Brief erst einmal gar nicht aufgemacht, weil ich es eilig hatte. Am nächsten Tag bin ich dann endlich dazu gekommen, öffnete den Umschlag, überflog den Brief und rief – in Anwesenheit eines Freundes, der zu Besuch war – nur ein lautes „Alter!“ aus. Da stand dort doch tatsächlich folgendes:

Insgesamt übernehmen wir bis zu 100% der Gesamtkosten.

Woah! Glücklicherweise war unser Freund in die ganze Geschichte bereits eingeweiht, so dass ich direkt lossprudeln konnte. Eine kurze Zusammenfassung unserer Krankenkassen-Geschichte: Ursprünglich sind wir Mitglied dort geworden, da sie 100% für 3 Behandlungen übernommen hätten. Als es bei uns dann allerdings endlich losging, war in der Zwischenzeit die Satzung geändert worden und es waren nur noch 75%! Ich handelte dennoch 100% für unsere IUIs aus, die sich allerdings ja finanziell stark im Rahmen halten (die Rechnungen, die ich an die Krankenkasse weiterleitete, betrugen hier insgesamt nur um die 100-200 Euro). Bei der IVF waren es dann 75%, die übernommen wurden. Somit mussten wir ungefähr 700 Euro selber tragen. Und bei der ICSI ist es ja noch mal eine Nummer teurer, denke ich. Ich weiß nicht, weshalb hier nun 100% steht, aber ich freue mich natürlich und hoffe, es ist kein Fehler. Und wenn es einer ist, hoffe ich, dass sie ihn nicht zurücknehmen können. 😀

Ansonsten bin ich soweit startklar: TSH-Wert im Rahmen, HIV- und Hepatitis-Werte eingeholt (natürlich negativ), Krebsvorsorge rüberfaxen lassen. Mein Mann hat noch einen Termin in der Andrologie, der erst in 14 Tagen ist, aber ich kann hoffentlich schon vorher mit der Pille anfangen (mein Zyklus sollte in ca. anderthalb Wochen beginnen), um nicht noch mehr Zeit zu verschenken. Und dann? Geht’s los ins große Abenteuer!

Alle Zweifel und Überlegungen habe ich erst einmal beiseite geschoben. Ich bin bereit! Ich bin aufgeregt! Ich bin optimistisch!

Mit dem Erzählen bin ich dieses Mal irgendwie ganz komisch. Freunden, mit denen ich nicht sooo eng befreundet bin, habe ich es erzählt. Aber der Familie und den besten Freunden nicht. Ich weiß nicht, ob ich ihre Hoffnungen nicht so doll wecken möchte oder ob ich nicht so viel darüber reden möchte und lieber meine Ruhe habe. Wenn mein Mann es erzählen will, darf er das auch ruhig tun. Aber ich bin ganz froh, dass kein Gewese drum gemacht wird irgendwie. Erzählen werden wir es schon früh genug. Ich glaube nicht, dass wir es durchhalten, komplett nichts zu sagen und quasi erst eine Schwangerschaft bekanntzugeben. Das wird sehr viel früher erzählt werden. 🙂

Geht’s jetzt endlich los? (Anderthalb Wochen erscheinen mir jetzt wie eine Ewigkeit. Es wird auch nicht besser mit der Geduld, egal wie viel man schon gewartet hat, oder? 😀 )

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Organisieren, planen, vorbereiten.

Heute ist Montag. Donnerstag habe ich die Info bekommen, dass die ICSI genehmigt ist. Seither bin ich beschäftigt.

Die Kinderwunschklinik teilte mir mit, welche Werte sie benötigen: TSH, Krebsvorsorge, HIV, Hepatitis B und C. TSH und Krebsvorsorge habe ich noch im Januar gemacht, die anderen brauchte ich neu. Also war ich heute früh beim Hausarzt zur Blutabnahme. Prompt hat die Dame dort vergessen, mich für diese Igel-Leistung (ja ich weiß, dass das sprachlich doppelt gemoppelt ist) unterschreiben zu lassen, also muss ich noch mal hin. Dann muss ich noch zum Frauenarzt fahren, eine Überweisung und die Werte der Krebsvorsorge holen (das mache ich aber wohl erst im Oktober, sonst ist die Überweisung etwas überflüssig).

Mein Mann benötigt ein neues Spermiogramm, dafür hat er aber erst am 12. Oktober einen Termin bekommen.

Und ich? Bin gestresst hoch zehn, weil ich dauernd an alles denken muss. Dabei ist es objektiv betrachtet gar nicht so viel.

Aber auch die mangelnde Planbarkeit lässt meinen Blutdruck hochschnellen. Wann geht’s genau los, wie geht’s los, passt das alles mit meinem Kurztrip im November, mit dem Urlaub des Kollegen? Ich hätte gern jetzt schon feste Daten, obwohl ich weiß, dass das nicht geht.

Ich bin nicht, wie sonst oft, voller Tatendrang und Motivation, die Punkte auf der Liste abzuhaken, sondern fühle mich völlig erschlagen. Dabei sollte ich doch froh sein, dass es jetzt weitergeht. Jedenfalls merke ich ziemlich gut, dass das Kinderwunsch-Thema mich stark belastet. Und damit meine ich nicht den Kinderwunsch an sich, sondern das ganze Drumherum. Ich werde, ganz ungeachtet des Ergebnisses, SO unfassbar froh sein, wenn der Zirkus ein Ende hat.

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Oh. Mein. Gott.

Nachmittags im Büro schaue ich aufs Handy: ein verpasster Anruf. Die AOK, Herr D. Ich habe ihn mittlerweile mit Vor- und Nachnamen im Handy gespeichert. Eigentlich will ich zurückrufen, aber da macht mein Körper merkwürdige Dinge: Er verfällt in Panik. Mein Bauch kribbelt, meine Knie sind zittrig, mir ist schlecht. Ich habe astreines, einwandfreies Original-Lampenfieber, als müsste ich gleich vor tausend Menschen sprechen, hätte ein Bewerbungsgespräch, oder wäre zum Chef zitiert worden, der mich feuern will. Ich bin unfassbar nervös. Ähm. Was ist denn hier los? Mein Post darüber, wie distanziert, cool, entspannt ich bin, ist doch erst ein paar Tage her.

Aber okay, ich war also aufgeregt, aber ich habe natürlich trotzdem zurückgerufen. Herr D. holte weit aus. Er erzählte und erzählte und erzählte, und irgendwann sagte er, er hätte jetzt das Gutachten zugefaxt bekommen, und dann erzählte und erzählte und erzählte er weiter und da wusste ich eigentlich schon (man kennt sich inzwischen ja auch ein bisschen): Es ist genehmigt. Sonst hätte er das nicht so spannend gemacht, sondern etwas empathischer vermittelt. Guter Typ, der Herr D.! 🙂 Er war fast genauso aufgeregt wie ich und meinte: „Als das Fax hier ankam, war das wie früher, wenn man eine Klassenarbeit zurückbekommen hat und nicht wusste, wie das Ergebnis ist. Und ich habe vor dem Gerät gestanden und war so aufgeregt, dass meine Kollegen mich schon fast ausgelacht hätten.“ 😉 Süß!

Also, nach neun Monaten nun die offizielle Ansage der AOK und vor allem halt des MdK: Es werden ZWEI ICSI-BEHANDLUNGEN GENEHMIGT!!! Ich bin gespannt, ob sie zu 50% oder zu 75% übernommen werden, aber heute ist mir das erst einmal völlig wurscht.

Wir hatten natürlich das riesige Glück, dass mitten während unseres Widerspruchs die Richtlinien der Krankenkasse geändert wurden. Aber hey, wir versuchen seit einem halben Jahrzehnt (WTF?!), ein Kind zu bekommen. Da kann man auch mal Glück haben!

Ich bin jetzt sehr aufgeregt, erzähle es allen Menschen, die mir einfallen (VIELLEICHT habe ich sogar meiner Therapeutin eine aufgeregte Email geschrieben, aber das würde ich natürlich nie zugeben), habe mittlerweile aufgehört, zu weinen und zu hyperventilieren und mit den Händen zu flattern, aber hibbelig bin ich immer noch extremst und auf die Arbeit konzentriere ich mich heute sicherlich nicht mehr.

Schon fliegen meine Gedanken zu organisatorischen Themen: Wann kann es losgehen (frühstens in drei Wochen geht mein nächster Zyklus los, dann einen Pillen-Zyklus, ach ach ach, ICSI dauert ja vermutlich ebenso lang wie die IVF, also gefühlte E-wig-kei-ten), was liegt in der Zeit an (zu viel! Gestern erst habe ich die Bahntickets für den Besuch bei einer Freundin gekauft, mein Kollege hat bald Urlaub, so dass ich morgens früher im Büro sein muss, was den morgendlichen Klinikbesuchen im Weg stünde, ach ach ach, ich rotiere schon wieder), was muss ich jetzt tun (der Klinik schreiben, das war’s erst einmal denke ich)…

Jetzt muss ich mir noch klarmachen, dass eine genehmigte ICSI bei weitem nicht bedeutet, dass wir quasi schon ein Kind in den Armen halten. Der Weg ist noch lang. Und er kann immer noch so enden, dass sich letzten Endes für uns gar nichts ändert. Und das wäre auch okay. Aber vielleicht ändert sich alles. Und das wäre auch okay. Mehr als okay.

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Die genetische Beratung und die verwirrte Klinik

Unser Genetik-Termin ist nun auch schon wieder fast eine Woche her. Es war noch ein ziemliches Hin und Her mit den Unterlagen, die wir unbedingt vorher ausfüllen sollten. Die wollte die Praxis uns per Post senden, aber sie kamen und kamen nicht an. Die Zeit war ja auch recht knapp und so habe ich am Mittwoch, dem Vorabend des Termins, noch mehrfach dort angerufen. Letzten Endes haben sie mir dann die zwei Zettel per Email gesendet (hätte man auch gleich machen können, oder?) und es war einfach nur ein Anmeldeformular für die Praxis. Also, wo man Namen und Anschrift einträgt und den Beruf etc. Dafür so eine Aufregung?! Das hätten wir auch in drei Minuten vor Ort ausgefüllt gehabt.

Wie dem auch sei, der Termin war dann letzten Donnerstag, am heißesten Tag des Sommers bisher. Die Ärztin schien mir erst etwas stoffelig, aber nach etwas Smalltalk taute sie auf und dann fand ich sie sehr nett. Es war ja auch heiß, da kann man schon mal etwas angestrengt sein. Sie erklärte uns, dass wir auf eine Chromosomen-Translokation untersucht werden. Sie hat es auch wunderbar anhand von Bildern erklärt, dass ich es auch verstanden habe, aber hier so richtig wiedergeben kann ich es nicht. 😉 Außerdem wird bei mir noch die Gerinnung untersucht. Das Gespräch war gut, das Blutabnehmen ging fix, und jetzt müssen wir noch ungefähr eine Woche warten (zwei insgesamt) – ich bin gespannt, ob es wirklich so schnell geht. Und ich hoffe sehr, dass nichts gefunden wird! Denn wie wir sonst weiter vorgehen, da haben wir noch nicht drüber nachgedacht und uns auch nicht informiert bisher.


Gestern erhielt ich einen Anruf von der AOK. Es ging dieses Mal nicht um die ICSI und den Widerspruch, sondern um die IVF-Behandlung aus dem vorigen Jahr. Dafür hatten wir ja endlich die Rechnung bekommen und eingereicht. Nun hat die Dame von der AOK festgestellt, dass die Klinik das falsch berechnet hat. Statt 50% wurden uns 100% berechnet! Eigentlich müssten ja 50% über die Karte und 50% über die Rechnung abgerechnet werden.

Netterweise hat die AOK-Dame das gleich in die Hand genommen: Die Klinik angerufen, eine neue Rechnung angefordert (und dem Herrn erst mal erklärt, wo der Fehler lag) und sogar die Rückerstattung in die Wege geleitet, denn wir hatten die Rechnung ja bereits bezahlt! Somit hat die IVF nicht 4.000, sondern 2.000 Euro gekostet. Und wir müssen dementsprechend nicht 1.000, sondern „nur“ 500 Euro bezahlen (die Kasse trägt insgesamt 75%). Yeah!

Hätte mir das auffallen können? Ich sage: Nö. Auf der Rechnung stand, es seien 50% und was die Zahlen betrifft – das ist für mich alles immer noch neu und für die IUIs haben wir nie eine Rechnung zu Gesicht bekommen, da wir dafür nur die Medikamente bezahlen mussten.

Die Klinik ist also wieder einmal verwirrt gewesen. Wundert mich so mittelmäßig sehr, das haben sie ja schon öfter unter Beweis gestellt. Nun ja, ich hoffe, sie gleichen das mit sehr gutem medizinischem Wissen wieder aus! 😉

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Hoppla-hopp, die genetische Untersuchung steht vor der Tür

Huch! Das ging jetzt schnell.

Am Freitag bekam ich die Info, dass der MdK die genetische Untersuchung haben möchte. Am Montag rief mich die Kinderwunschklinik zurück, erklärte mir, was das eigentlich genau ist (wir müssen Stammbäume ausfüllen, ein Gespräch über uns ergehen lassen und dann wird unser Blut untersucht) und hat mir die Telefonnummern von zwei Praxen durchgegeben.

Und während ihr noch unter meinem letzten Beitrag diskutiert, ob Reichel-Fentz doof oder toll ist (ich tendiere nach einigen Berichten übrigens zu doof, aber das ist rein subjektiv), habe ich einfach die beiden Praxen in unserer Heimatstadt angerufen. Man muss es ja nicht unnötig kompliziert machen und wir haben das Glück, in einer Stadt zu wohnen, in der es mehrere Möglichkeiten gibt (es gibt laut Google sogar noch eine weitere Praxis, aber diese beiden hatte mir nun einmal die Kinderwunschklinik empfohlen).

Ich hatte es eilig, denn bekanntermaßen sind die Wartezeiten für solche Termine lang. Bei der einen Praxis war dann schon Feierabend (wenn man irgendwo nur bis 12 Uhr anrufen kann, bin ich ja schon genervt), bei der anderen ging es dafür ganz schnell. „Ich könnte Ihnen einen Termin am 14. Juli anbieten. Oooder… Wie spontan sind Sie? Wie wäre es mit Donnerstag?“ Tja, und nun haben wir den Termin eben übermorgen. Huch!

Es gab noch ein bisschen Hin und Her mit meinem Mann, der dafür ja früher Feierabend machen muss. Also, ich muss das auch, aber ich habe da weniger Schwierigkeiten. Bei meinem Mann gibt es den Bereitschaftsdienst bis 17 Uhr und sein Kollege ist im Urlaub. Ich finde ja, bei seltenen und wichtigen Terminen sollten Kollegen und Vorgesetzte Verständnis haben und als Arbeitnehmer sollte man sich auch trauen, das durchzuboxen. Ich denke mir immer: Wenn man morgens aufwacht und krank ist, geht die Firma auch nicht direkt pleite. So hat man immerhin ja auch noch 3 Tage Zeit, etwas vorzubereiten und zu organisieren. Glücklicherweise klappt das jetzt, aber wenn die Chefs sich bei so was querstellen, braucht man sich nicht zu wundern, wenn man sich spontan morgens „eine Krankheit einfängt“. Ich meine, es ist das erste Mal in diesem Jahr, das mein Mann einen Kinderwunschtermin hat und auch das erste Mal, dass er so etwas anfragt. Und man hat ein Recht auf Arzttermine in der Arbeitszeit, wenn es nicht anders geht.

So, Exkurs/Rant beendet. 😉

Nach Absprache mit der Kinderwunschklinik habe ich mir eine Überweisung von meinem Frauenarzt ausstellen lassen, nicht von der Kinderwunschklinik selbst. Darauf steht: „Zustand nach Abort – genetische Ursache?“ Die Hoffnung ist, dass die Krankenkasse dann die Kosten der Untersuchung übernimmt. Und es ist ja auch die Wahrheit, denn der MdK will die Untersuchung ja aufgrund der Fehlgeburt. Die Ärztin hat mir mehr oder weniger durch die Blume zu verstehen gegeben, dass sie die Untersuchung für überflüssig hält („Der Wert dieser Untersuchungen ist umstritten“), und wir waren uns einig, dass eine Fehlgeburt in der 7. Woche zwar scheiße ist, aber nicht unbedingt ausgesprochen ungewöhnlich. Nun ja, durch die kurze Wartezeit bin ich nun fast versöhnt mit dem ganzen Kladderadatsch und wer weiß, vielleicht kommt ja wirklich was hilfreiches raus.

Ich bin aufgeregt und vorfreudig. Dabei weiß ich natürlich selbst, dass es nach dem Gesprächstermin noch Wochen dauern kann, bis es tatsächlich Ergebnisse gibt. Aber hey. Es passiert was. Nach einem halben Jahr. Das ich das noch erleben darf!

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Genetische Untersuchung?

 

Herr D. von der AOK hat heute angerufen, nachdem ich am Dienstag eine Nachfrage gestellt hatte, wie der Stand unseres Widerspruchs sei. Am Mittwoch rief er schon zurück – entschuldigte sich, dass er es nicht Dienstagabend noch geschafft hatte, erzählte, dass das Gutachten beim MdK sei, die Kollegin habe schon am Montag dort nachgehakt, aber er am Mittwoch auch noch einmal, das sei noch nicht in Bearbeitung. Er würde jetzt aber jeden Montag dort anrufen und „die ein bisschen nerven“. Auch er fand die Wartezeit – mittlerweile 2,5 Monate – nämlich unsäglich. Heute rief er dann erneut an: Das Gutachten sei fertig.

Huch! Das ging plötzlich schnell. Ich denke mal, sein persönlicher Anruf als Leiter der Leistungsabteilung könnte geholfen haben. Wie dem auch sei, es ist natürlich eine Absage.

ABER!

Offenkundig hat der MdK die neuen Richtlinien mit einbezogen. Der ursprüngliche Antrag wurde ja mit den Spermiogramm-Werten meines Mannes abgelehnt, die zu gut waren. Das war im März. Zum 1. Juni wurden die Richtlinien geändert, nun gibt es keine festen Werte mehr, unter die der Mann fallen muss, es muss nun einfach nachgewiesen werden, dass die Werte schlecht sind. Und das sind sie ja, sie sind halt nicht mehr katastrophal, aber auch nicht gut.

NUN schreibt der MdK folgendes (übrigens ja, dieses teils schlechte Deutsch zitiere ich wörtlich):

In den vorliegenden Spermiogrammen sind jeweils nur wenige Normalformen nachweisbar gewesen als auch denkbare Ursache des bisherigen unerfüllten Kinderwunsches. Wie im Bericht der (…) Klinik aufgeführt, kann die Chance für den Eintritt einer Schwangerschaft durch eine ICSI-Behandlung erhöht werden. Jedoch ist erneut anzumerken, das, wie bereits in meinem Vorgutachten aufgeführt, zuvor eine genetische Untersuchung erfolgen sollte bei bereits einmalig aufgetretenem Abortus inkompletus im Jahr 2014 unklarer Genese. Fruchtbarkeitsstörungen und Aborte können auch genetische Ursachen haben mit auch erhöhtem Risiko bzgl. angeborener Krankheiten und Behinderungen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, das ohne vorherige genetische Untersuchung/Beratung die Kostenübernahme einer ICSI-Behandlung zu Lasten der Krankenkasse aus sozialmedizinischer Sicht nicht befürwortet wird.

Oha! Das ist eine andere Begründung als beim ersten Mal.

Natürlich weiß ich immer noch nicht genau, was nun mit genetischer Untersuchung gemeint ist, und finde es auch nicht unbedingt logisch, die Fehlgeburt in der 7. Woche (!) da so groß rauszuhängen, denn wieviel Prozent der Schwangerschaften gehen in den ersten 8 Wochen noch gleich verloren? 30%? Jedenfalls eine Menge, so viel weiß ich. Dennoch klingt das doch erst mal recht positiv, sofern man diese Untersuchung nachreicht. Ich habe meine Klinik direkt mal um Rückruf gebeten, um zu klären, was wir jetzt tun müssen.

Herr D. von der AOK war übrigens super. Freundlich, engagiert, verständnisvoll. Naja, kann er ja auch sein, er kann den schwarzen Peter ja dem MdK zuschieben. Aber er wirkte auf mich sehr ehrlich und positiv. Er sagte auch, er könne natürlich nicht garantieren, dass der MdK den Antrag nach Einreichen der geforderten Untersuchung genehmige. Dennoch war er ähnlich optimistisch wie ich. Natürlich immer vorausgesetzt, bei dieser ominösen Untersuchung – weiß jemand, was gemeint sein könnte?! – kommt nichts überraschendes raus!

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Mai.

Das erste Quartal des Jahres 2017 ist abgehakt. In meinem Plan für dieses Jahr hätten wir jetzt die erste ICSI schon längst hinter uns, die zweite wäre – sofern notwendig – in Arbeit oder stünde zumindest kurz davor.

Stattdessen haben wir am Wochenende endlich die Rechnung für unsere erste IVF bekommen – die im November stattfand. Rund 2.000 Euro stehen darauf, die Hälfte davon sollte unsere Krankenkasse übernehmen (da sie ja insgesamt 75% übernehmen). Bei Interesse kann ich die Rechnung mal hochladen für alle, denen die erste IVF noch bevorsteht? 🙂

Tja, aber zurück zur ICSI. Wie Sie wissen, wissen wir nichts. Ich finde es unglaublich, dass wirklich schon vier Monate vergangen sind mit diesem ganzen Kladderadatsch. In diesen vier Monaten habe ich zwei Emails an die Klinik und zwei Briefe an die Krankenkasse geschrieben – der Rest bestand aus Warten. Wir werden wirklich Weltmeister im Warten. Zwischen dem Warten kamen noch ein paar Anrufe, um nachzufragen, ob es schon ein Ergebnis gibt. Beim Widerspruch spare ich mir das. Den sollen sie mal lieber in aller Ruhe bearbeiten, statt in einer genervten Stimmung, weil Frau Wundersache schon wieder angerufen hat. 😉 Ich hoffe nur so sehr, dass sie ihre Wartezeit von drei Monaten nicht völlig ausschöpfen. Es ist nämlich erst ein Monat rum. Das kann ich mir ganz gut merken, da wir den Widerspruch am 1. April verfasst haben und ich dann im Anschreiben lieber den 2. April draus gemacht habe, damit es nicht komisch wirkt. 😀

Die drei Monate wären somit Anfang Juli vorbei. ANFANG JULI! LEUTE!!!! Das geht gar nicht. Dann hat es echt ein halbes Jahr gedauert, in dem ü-ber-haupt nichts passiert ist, und zu 95% kriegen wir ja sowieso eine Absage der Kasse. Pfff! Aber ich weiß auch nicht so richtig, was wir in der Zwischenzeit machen können. Vielleicht frage ich noch mal bei der Klinik nach, ob sie einen Vorschlag haben, wie wir die Wartezeit sinnig nutzen können – andererseits denke ich mir ja auch, wenn es noch Untersuchungen/Behandlungen/Whatever gäbe, die die Klinik als notwendig ansieht, hätten sie die ja schon längst gemacht.

Also. Abwarten, Tee trinken, Ablenken.