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Die ICSI in GIFs: It’s all over now, baby blue.

Den Mini-Schmierblutungen hatte ich noch nicht viel Gewicht beigemessen. Aber natürlich war mir klar, dass der niedrige hCG-Wert in Kombination mit den Schmierblutungen nicht unbedingt das beste Zeichen war. Tatsächlich wurden diese auch immer stärker. Und Montag Abend bekam ich Kopfschmerzen aus der Hölle, die sich genauso anfühlten wie beim Abgang, damals, vor 3 Jahren.

Am Dienstag schmierte es weiter vor sich hin, und dann war plötzlich auch etwas frisches Blut dabei. Nur einmal, aber das war der Moment, in dem ich beschloss, schon am Mittwoch statt Freitag in die Klinik zu fahren. Kombiniert mit den üblichen Mens-Bauchkrämpfen verabschiedete ich mich innerlich also schon gestern Abend vom Karligundchen…

Mein Mann und ich hatten noch ein gutes Gespräch auf dem Sofa. Über Gefühle und so. Worüber Männer halt nicht so gerne sprechen. Das will ich hier auch nicht auswalzen. Aber es war gut.

Heute früh dann noch mal zur Blutabnahme, und ein Ultraschall wurde gemacht. Ich musste  mich ganz schön aus meinen Winterklamotten schälen… Wieso bin ich eigentlich immer im Winter dort?! Jedenfalls sah man noch eine gut aufgebaute Schleimhaut und die Ärztin, meine Lieblingsärztin Dr. C., sagte, es wäre zwar sehr unwahrscheinlich, aber es könnte immer noch eine intakte Schwangerschaft sein. Oder eine Eileiterschwangerschaft. Aber am wahrscheinlichsten sei halt, dass es vorbei sei. Dies entsprach genau so meinen Erwartungen in dem Moment und war dann auch irgendwie okay…

Und der Anruf am Mittag bestätigte das auch, der hCG-Wert ist gesunken. Den genauen Wert habe ich nicht erfragt, aber wenn er vorher schon 27 war, kann man sich ja ausrechnen, dass er nicht mehr wirklich relevant sein kann. Mach’s gut, Karligundchen.

Aussichten: Eine letzte Kontrolle am Freitag. Ein Konzert mit viel Alkohol am Freitagabend. Dinge zum Drauffreuen: Konzert-Wochenende, Spieleabend, Weihnachten, Urlaub, Weihnachtsfeier von der Arbeit (traditionell erst nach Weihnachten), Spiele-Wochenende im Januar. Star Wars im Kino sehen. Mal sehen, was wir Silvester machen…

Wie es in Sachen Kinderwunsch weitergeht: Tja, wohl eine weitere ICSI. Eine LETZTE ICSI. Eine ALLERLETZTE. Das klingt sehr gruselig… Letzte Chance und so. Vielleicht noch eine Kryo. Was wir ja bisher nie hinbekommen haben. Die Ärztin sagte, wir würden beim nächsten Mal etwas anders stimulieren. Mit noch einem zweiten Medikament dazu. Genaueres weiß ich nicht, aber ich habe darum gebeten, zwischendurch mal einen Gesprächstermin einzuschieben. Ich habe immer das Gefühl, es läuft immer alles so weiter und keiner REDET mit mir. Das war ihr sehr unangenehm und wir werden wohl einen Termin vereinbaren, bevor die nächste ICSI losgeht. Ich darf sogar den Arzt auswählen. Also entweder Dr. C. oder Chefarzt Dr. S., die sind beide super, aber Dr. C. noch etwas mehr. ❤ Lieblingsärztin ever.

Tja. Also beende ich diese Serie der ICSI in GIFs, denn die ICSI ist vorbei. Bei der Kontrolle am Freitag wird hoffentlich nichts spektakuläres rauskommen. Und ich bin wieder einen Schritt weiter in Richtung eines Lebens ohne Kinder. Ich weiß ja mittlerweile, dass ich das akzeptieren könnte, aber in diesem Moment ist es dennoch sehr hart und traurig. (Während ich übrigens in den Momenten, in denen ich „ein bisschen schwanger“ war, Panik bekam – das wird alles ganz fürchterlich, was wenn wir es bereuen, wir werden uns ganz furchtbar streiten und nie wieder schlafen. Beide „Ergebnisse“ sind halt nicht leicht. Entweder es wird alles anders oder es wird nichts anders. Erst einmal.) Ich brauche etwas Abstand, und endgültig werde ich das ohnehin erst nach der letzten Behandlung angehen können, gedanklich und emotional. Wie stehen die Chancen, dass das nötig sein wird? 70:30? Ich weiß, dass es unwahrscheinlicher ist, ein Kind zu bekommen als keins zu bekommen. Egal, wie feste ich glaube, wie doll ich Daumen drücke, wie viele Kerzen ich anzünde. Darauf muss ich vorbereitet sein. Andererseits darf ich auch hoffnungsvoll sein, denn ich bin ein optimistischer Mensch und so weiter.

Letzten Endes kommt es doch, wie es kommt. Und es wird weitergehen.

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Die ICSI in GIFs: Siebenundzwanzig.

Den ganzen Vormittag nach der Blutabnahme am Morgen kaute ich an den Nägeln. Metaphorisch gesprochen natürlich nur. Ich war froh über die Ablenkung durch den Blogpost, und durch die Arbeit, aber ich konnte mich nur schwer konzentrieren.

Je näher die Anrufzeit rückte, desto mehr schlug mein Bauch Purzelbäume. Vorher musste ich noch die Mittagspause mit meinen Kollegen überstehen und auch noch etwas essen, obwohl mir schlecht vor Aufregung war. Naja, ich habe die Zeit rumgekriegt…

Dann war es soweit. Ich ging dieses Mal nach draußen zum Telefonieren, unter der Entschuldigung, ich müsse kurz zum Supermarkt. Da stand ich nun im tiefsten Schneetreiben… Erst mal war besetzt. Beim zweiten Versuch kam ich zum Glück aber schon durch.

Das Ergebnis, zusammengefasst: Der hCG-Wert liegt bei 27. „Da hat sich definitiv etwas getan bei Ihnen, aber wir wissen nicht genau, was.“ Der Wert ist sehr niedrig. SEHR niedrig. Es kann alles oder nichts bedeuten… Daher soll ich jetzt meine Medikamente (Utrogest und Clexane) weiternehmen und am Freitag wieder zur Blutabnahme kommen. Am FREITAG!

Normalerweise müsste ich sogar erst in einer Woche wiederkommen, aber da haben sie schon geschlossen für die Weihnachtszeit. D.h., ich sollte direkt noch einen Termin für die nächste Woche bei meinem Frauenarzt vereinbaren. Da werde ich nachher noch anrufen, da die über Mittag geschlossen haben. Was genau die tun sollen, hängt dann wahrscheinlich vom Ergebnis am Freitag ab. Außerdem soll ich eher reinkommen, sollte ich eine Blutung bekommen.

Tja, und nun? Weiß ich genau so viel wie vorher. Da ist eine Linie, aber sie ist sehr schwach. Da ist ein hCG-Wert, aber er liegt bei siebenundzwanzig.  Was nun? Mehr Tests machen? Geduldig abwarten (hahahaha)? Wie wild im Internet recherchieren? Was ich nicht tun sollte, aber vermutlich gleich nach dem Absenden dieses Beitrags meine Reaktion sein wird. Nicht, dass es helfen würde. Aber es ignorieren schaffe ich vermutlich auch nicht.

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Die ICSI in GIFs: Der erste Test

Gestern war es soweit. Nach euren zahlreichen Kommentaren habe ich dem Frühtesten erfolgreich widerstanden, auch wenn ich wahnsinnig neugierig und optimistisch war. Letzten Endes war es wahrscheinlich besser so, ich hätte mich nur verrückt gemacht. Aber jede hat wohl mal so Anfälle. 😉

Nun war es aber nicht mehr abzuwenden, der Bluttest stand für Montagmorgen an, also war Sonntagabend Test-Zeit. Als ich Sonntag aufstand, stellte ich fest: Schmierblutungen. Oh nein! Natürlich rechnete ich gleich mit dem schlimmsten. Andererseits WEISS ich natürlich, dass Schmierblutungen gar nichts heißen müssen. Aber trotzdem. Anders als sonst allerdings: Ich habe noch NIE Blut unter der Einnahme von Utrogest gesehen, und das ist immerhin mein *rechne* 8. Mal mit Utrogest? Oh Mann, ich habe tatsächlich den Überblick über die Behandlungen verloren.

Ich war also hin- und hergerissen, mein Optimismus war aber gleichzeitig wie weggeblasen. Twitter hat mich dann wieder etwas beruhigen können. Vorher hatte ich SO ein gutes Gefühl, und das ist ja eher selten bei mir. Die letzten Male hatte ich in der Regel einfach überhaupt kein Gefühl. Aber natürlich weiß ich, dass ich mir alle Anzeichen auch eingebildet haben kann.

Der Sonntag war dann ein vollgepackter Tag. Morgens war ich noch bei meinen Eltern, dann musste ich rund 100 Kilometer über die verschneiten und ungeräumten Autobahnen heimfahren (immerhin war hier höchste Konzentration gefordert und ich hatte keine Zeit, mir Gedanken zu machen. Nachmittags war ich mit einer Freundin verabredet, wir wollten über den Weihnachtsmarkt schlendern und später war dort auch noch großes Adventsliedersingen in der Stadt.

Auf dem Weg kamen wir an einer Kirche vorbei, in der eine Art Kunstinstallation stattfand. Da es stark schneite, haben wir uns diese Möglichkeit zum Aufwärmen nicht nehmen lassen. Und dann habe ich nicht nur eine, sondern gleich zwei Kerzen angezündet. Eine für Karlheinz, und eine für Kunigunde.

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Als ich dann durchgefroren später wieder zu Hause war, konnte ich es nicht länger vor mir herschieben. Der Test. Uaaaah. Ich wollte gar nicht mehr. Der Moment vor dem Test ist immer echt schlimm, finde ich. Solange ich nichts weiß, kann ich hoffen. Die Wahrheit? Pfff. „Ich warte einfach neun Monate ab und guck was passiert“, schlug ich meinem Mann vor. Der war dagegen.

Es nützt ja alles nichts. Also los. Einen Geratherm habe ich verwendet. Und nach drei Minuten, die mein Mann und ich nervös auf dem Sofa saßen, schauten wir drauf. Und sahen: Nichts. Auch bei besserem Licht in der Küche nicht.

„Wie überraschend“, verfiel ich in meinen üblichen Zynismus bei solcher Gelegenheit. Mein Mann nahm mich in den Arm, ich weinte ein bisschen… Was man so macht, wenn man schon etwas Übung mit solchen Ergebnissen hat. Dann beschloss ich, duschen zu gehen (man erinnere sich, durchgefroren und so), und warf noch mal einen Blick auf den Test. UND DA WAR WAS.

Ich rief den Mann zurück, der unsicher war. Wir waren jetzt beide unsicher… Aber definitiv war da ein STRICH auf dem Test und er wurde immer stärker. Insgesamt immer noch nicht STARK, aber stärker als halt „gar nicht“. Natürlich habe ich fotografiert! 😉 Nach fünf Minuten:

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Und nach ungefähr zehn Minuten:

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Ähm. Und jetzt? Uaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah!!!!!!! Wir haben also einen Test, der spät anschlägt und ziemlich schwach ist, aber wie ich ja gelernt habe, eine Linie ist eine Linie ist eine Linie und DA IST EINE LINIE.

Ich kann es nicht glauben, und ich kann auch nicht wirklich positiv sein, weil ich viel zu viel Angst habe. Heute früh war ich dann beim Bluttest, und jetzt muss ich mal wiiiieder abwarten. In diesem Fall darf ich zwischen 13 und 14 Uhr anrufen. Wie soll ich das aushalten?

Und JETZT SCHON mache ich mir Sorgen um alles mögliche, um die berühmten ersten 12 Wochen, ich denke an meine erste Schwangerschaft, was mache ich falsch, neulich hatte ich den Fuß vom Neffen im Bauch, war das gefährlich, was muss ich beachten, was kann alles passieren, alles kann passieren, OH MEIN GOTT BIN ICH SCHWANGER ODER WAS?!?!?!?!?

Oh Gott. Und das, bevor ich ein definitives Ergebnis habe. Diese Zeit wird nicht leicht, ich merke es jetzt schon. Du liebes bisschen. Oh mein Gott. ICH BIN VIELLEICHT SCHWANGER!!!!!!! Naja. Vielleicht. Noch vier Stunden. Dann weiß ich mehr.

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Die ICSI in GIFs: Halbzeit

Eigentlich ist die Halbzeit schon rum. Gestern nämlich. Willkommen also zur großen Half Time Show!

Es gibt nicht unbedingt sonderlich viel zu berichten. Ich habe immer noch Urlaub, somit ist die Zeit recht schnell vergangen, da wir viel gemacht haben. Gleichzeitig bin ich dieses Mal echt wahnsinnig neugierig.

Seit ein paar Tagen habe ich ein Ziehen im Unterleib. Ab und zu rechts, aber meistens links. Das hatte ich noch nie. Aber ob das jetzt ein positives Zeichen ist? Ich habe keine Ahnung. Und auf Twitter haben mir so viele geschrieben, dass sie schon ab Transfer+7 positiv getestet haben. Und ich will es wirklich wissen. Aber ich will es nur wissen, wenn es positiv ist. Ihr kennt das vielleicht.

Also, ja, ein Ziehen, sonst alles wie üblich. Utrogest nervt, Clexane nervt, ich bin ungeduldig. Nichts neues im Lande. 😉

Also überlege ich jetzt, zum ersten Mal überhaupt vorzeitig zu testen. Also, vor dem Bluttest habe ich ja immer getestet, aber normalerweise erst am Abend vorher. Morgen hätte ich noch frei und könnte es direkt morgens machen. Dann wäre der Mann halt nicht dabei… Aber damit könnte ich leben. Was meint ihr? Vorher testen, ja oder nein?

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Die ICSI in GIFs: Befruchtung und Transfer

Asche auf mein Haupt, ihr musstet sooo lange warten auf ein Ergebnis! Wir haben ja Urlaub und sind ganz schön busy. Oder entspannt, aber gemeinsam. Jedenfalls habe ich da erst mal keine Zeit zum Schreiben gefunden. Wir waren shoppen, haben die Wohnung weihnachtlich dekoriert, gemütlich zusammen Filme geschaut und auswärts gegessen. Urlaubsprogramm zuhause eben. Aber jetzt muss ich doch noch mal hier Bericht erstatten.

Also, am Freitag war ja die Punktion und 15 fröhliche Eizellchen wurden entnommen. Nach einem faulen Tag zu Hause wurde ich dann am Samstag früh zum Bahnhof gebracht und fuhr mit dem Zug mehrere Stunden lang zu meiner Freundin.

Wie sich das für die Deutsche Bahn gehört, hatte ich im Zug 80% der Zeit keinen oder kaum Empfang, daher durfte mein Mann morgens in der Klinik anrufen, um das Ergebnis der Befruchtung zu erfahren.

Anschließend hat er mir das Ergebnis per Whatsapp durchgegeben. So richtig berauschend war es wieder mal nicht: Von den 15 Eizellen waren nur 5 reif. Davon ließen sich 3 befruchten, und eine hat sich dann nicht weiter entwickelt. Wir blieben also zurück mit 2 immerhin als „hervorragend“ bezeichneten Embryos, die Montag transferiert werden sollten. Also schon wieder keine Reserve. Ich weiß nicht genau, was ich davon halte. Denn im Prinzip ist das Ergebnis nicht viel besser als bei der IVF, nur dass die befruchteten Eizellen dieses Mal „hervorragend“ und nicht „nicht so gut“ aussahen.

Nun denn, ändern konnte ich nichts daran, also nehmen wir wohl mal wieder, was wir kriegen können. Am Montag war es dann Zeit für den Transfer. Frau Doktor Stocher war dran!

Glüclicherweise war es dieses Mal aber alles halb so wild. Schwein gehabt.

Mit der Biologin haben wir auch noch kurz besprochen. Sie sagte, die Eizellen wären langsamer gereift als gedacht, und nur die ein paar Stunden später befruchteten seien soweit gewesen. (Kann man das nicht vorher sehen?) Als ich meine Befürchtung äußerte, die Eizellen seien deshalb noch nicht reif gewesen, weil man die Punktion aufgrund des Wochenendes lieber einen Tick früher als einen Tick später gemacht hätte, widersprach sie. Man hätte es nicht sehen können, die Hormonwerte und Ultraschallbilder hätten perfekt ausgesehen. Hmm, naja. Jedenfalls äußerte sie dann noch den Verdacht, die IVF könnte auch deswegen nicht geklappt haben, weil die Eizellen noch nicht reif gewesen seien. WTF, kann man das echt nicht sehen, ob die reif sind? Also ich meine ja gar nicht vorher, sondern wenn man sie dann vor sich im Labor liegen hat?

Wie dem auch sei, wir hatten dann jedenfalls am Montag einen 5- und einen 6-Zeller und beide durften bei mir einziehen. Wir (na gut: ich) nennen sie Karlheinz und Kunigunde. Jetzt heißt es mal wieder, ÜBERRASCHUNG: Warten!!!

Dadurch, dass ich mit dem Posting hier so getrödelt habe, müsst ihr jetzt immerhin nur noch elf Tage warten. Yay! Am Montag, den 11. ist der Test. Wie üblich, man hat ja mittlerweile so seine Routinen, werde ich wohl am Abend vorher zuhause testen. Bis dahin heißt es, fest an Karlheinz und Kunigunde glauben… Und brav Utrogest und die blöden, blöden Clexane-Spritzen nehmen.

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Die ICSI in GIFs: Die Punktion

Nachdem wir uns gestern zum Auftakt meines Urlaubs einen Tag voller Entspannung in der Sauna gegönnt hatten, war heute Punktionstag. Um 8:30 Uhr mussten wir da sein. Da kam es erst mal zu einer Mini-Verwirrung. Mein Mann ging nämlich direkt weiter zur Andrologie, seinen Job erledigen, ich klingelte in der Kinderwunschabteilung. Währenddessen trat hinter mir ein anderer Mann aus dem Aufzug, und die Kinderwunschlady hielt ihn natürlich prompt für meinen.

Kurz und gut, drei Personen waren reichlich verwirrt, aber wir konnten es dann doch noch rechtzeitig aufklären. 😉 Mir wurde dann von einer Azubine einwandfrei und fast schmerzfrei der Zugang gelegt und dann… Wartezeit. Um 8:30 sollten wir ja antanzen, und für 9:30 Uhr waren wir eingeplant.

Ich war ja etwas beunruhigt, ob die Stocher-Ärztin von neulich wohl die Punktion vornehmen würde. Das hätte mir nämlich gar nicht gefallen! Ich hätte aber wohl auch nicht wirklich etwas dagegen tun können. Erst mal kam aber wieder die Labor-Dame (ich weiß die Fachbegriffe nicht, tut mir Leid) und erklärte uns das Vorgehen im Labor.

Übrigens hat mein Mann in der Andrologie erst mal gesagt bekommen, dass er noch mal eine Überweisung einreichen muss, obwohl er dieses Quartal schon eine abgegeben hat. Diese würde aber „woanders hingeschickt“ werden müssen. WTF? Ich sag, die haben die erste verlegt. Das kann doch nicht sein?!

Die Punktion selbst wurde dann glücklicherweise nicht von Fr. Dr. Stocher, sondern von Dr. C. durchgeführt. 😉 Eine junge Studentin durfte zuschauen. Es war sehr nett, alle waren begeistert von meinen Superman-Socken und meinem Einhorn-T-Shirt (das eigentlich das Shirt einer Metalband ist) und Dr. C. hat ausgiebigst Konversation geführt, um mich abzulenken. Mal ehrlich, solche Ablenkungsgespräche sind immer gleich. Die Anästhesisten haben die auch vor jeder Vollnarkose so geführt. Woher kommt man, wo lebt man, welche Musik mag man.

Nun ja, ich habe kein Problem mit Smalltalk, alles gut. Die Infusion wirkte wieder wunderbar schnell, ich mag zugegebenermaßen ja das Gefühl, so ein bisschen beduselt, aber trotzdem noch da. Zwischendurch meinte die Ärztin „Ich dreh Ihnen noch mal den Schnaps auf“ und so in etwa fühlt es sich auch an. 😉

Die meiste Zeit bemerkte ich die Nadel kaum, es drückte manchmal ein bisschen, aber völlig erträglich. Nur die letzte Eizelle, die sperrte sich und tat ganz schön weh. Aber auch das war nach kurzer Zeit überstanden. Und das Ergebnis: Nachdem wir letztes Mal 14 Eizellen hatten, musste mein Körper das noch mal übertrumpfen und wir hatten tatsächlich eine Ausbeute von FÜNFZEHN Eizellen!!!

Danach musste ich noch eine halbe Stunde liegen, es war aber glaub ich deutlich länger. Erst war mir noch etwas schwindelig, aber dank Infusion und Pause ging es bald besser. Zuhause sollte ich mich schonen und, so die offizielle Anweisung, „einen Prinzessinnen-Tag“ einlegen. 😉 Das habe ich auch getan, schön mit meiner Bettdecke aufs Sofa gekuschelt, erst mal ordentlich Frühstück (ich musste ja nüchtern antanzen) und schön zusammen Serien geschaut.

Morgen um 11 Uhr muss mein Mann im Labor anrufen und erfährt, wie die Befruchtung geklappt hat und wie es weitergeht. Uiuiuiui! Ich bin ja doch etwas aufgeregt. Ich würde ja selbst anrufen, aber ich bin dann gerade im Zug und da ist der Empfang ja immer etwas unberechenbar… Aber mein Mann kriegt das wohl auch hin.

Also heißt es jetzt Daumen drücken!

(GIF aus Dr. Horrible – sehr empfehlenswert!)

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Die ICSI in GIFs: Jetzt geht’s lo-hoos!

Irgendwie habe ich mich gestern beim Schlafengehen mit dem Weckerstellen verkalkuliert. So war ich heute früh, als es wieder zum Ultraschall gehen sollte, ganz schön spät dran. Außerdem riss mich der Wecker aus einer Tiefschlafphase. Immerhin, ich darf mich nicht beschweren: Ich konnte sehr gut schlafen in der Nacht, nicht so eine innere Anspannung wie vor dem letzten Termin.

Alles war etwas anders als sonst, weil mein Mann schon Urlaub hat (ich auch, ab morgen) und ich somit ausnahmsweise selbst mit dem Auto in die Klinik fahren konnte. Boah, Berufsverkehr, wie ätzend. (Normalerweise fahre ich Fahrrad.)

Ich war also spät dran, aber auf die Blutabnahme musste ich trotzdem nicht lange warten. Man hat einen dritten Platz eingerichtet, damit es schneller geht – und das funktioniert einwandfrei! Nur leider hat man wenig davon, denn nach der Blutabnahme muss man auf den Ultraschall warten und das geht genau so langsam wie vorher, weil sich hier nichts geändert hat.

Ich hatte meine Zeitschrift dabei, zu der ich sonst nie komme, und bin ja glücklicherweise immer noch in Gleitzeit, so dass alles halb so wild war. Dann kam der Ultraschall. Heute war ich beim guten alten Dr. M., den ich jetzt schon lange kenne und der mir deutlich lieber war als die junge Dame vom letzten Mal. 😉 Im Gegensatz zu vorgestern habe ich den US kaum gespürt, es lag also nicht an der Stimulation, sondern doch an Ärztin und/oder Gerät, dass es so fies war am Montag. (Heute war es in einem anderen Raum.) Ich war also recht entspannt.

(Muahahaha, sorry, das GIF musste jetzt sein 😀 )

Ergebnis: Meine Eibläschen sind zahlreich und hübsch! 😉 Die Schleimhaut ist immer noch bei 8mm, fand er aber auch wunderbar.

Rechts fand er 15 Eibläschen, links deutlich weniger, aber sicher auch noch mal 5-6. Alle, die er gemessen hat, hatten zwischen 15 und 22 mm Durchmesser, die meisten so um die 20. Und das bedeutet: Punktion am FREITAG! Nicht am Montag (ich hab extra gefragt, ob man schieben kann. Ein Tag ginge, meinte er, aber da das Wochenende dazwischen liegt, eher nicht…).

Puh, Freitag passt mir ja gar nicht. Aber es war ja klar. EINMAL in der Kinderwunschzeit nimmt man keine Rücksicht, EINMAL plant man schon lange im Voraus, EINMAL kauft man Zugtickets, lange bevor der Behandlungsplan auch nur genehmigt ist. EIN Tag im Jahr, der nicht passt, und den sucht mein Körper sich natürlich aus. Ist ja nicht so, als hätte man jahrelang auf Dinge verzichtet, den Urlaub nicht zu weit weg gebucht, blablabla, und alles umsonst. EINMAL denkt man, ach pfeif drauf, wird schon alles passen, und dann das.

Tja, aber so ist es nun einmal. Also habe ich fix das Zugticket umgebucht (50 Euro Mehrkosten, yay!) und fahre nicht am Freitag, sondern am Samstag früh zu meiner Freundin. Ein Tag weniger, den wir uns sehen, aber immerhin sehen wir uns überhaupt. Seit ich weiß, dass ich mir das Wochenende nicht ganz abschminken muss, kann ich damit auch leben. Freitag ist also Punktion, Samstag und Sonntag bin ich weg und Montag ist dann Transfer!!!!!!!!!!!!

So aufregend!!! 😀