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Zweite IUI – noch ein Negativ

In letzter Zeit bin ich nicht so sehr zum Bloggen gekommen. Einige haben bei Instagram schon gelesen, was passiert ist, aber der Vollständigkeit halber und damit ich es selbst später noch einmal in aller Übersichtlichkeit nachlesen kann, schreibe ich es selbstverständlich auch hier auf.

Ich war bei dieser IUI sehr positiv gestimmt. Ich habe sogar geträumt, einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand zu halten. Der Traum war so real, dass ich erst echt enttäuscht war, als ich aufwachte, aber dann musste ich doch lächeln, als mir auffiel: die Möglichkeit besteht, und vielleicht bin ich gerade jetzt schon schwanger.

Ich hatte selbstverständlich wieder Anzeichen: leichte Schmerzen in den Brüsten und Haarausfall. Ist Haarausfall überhaupt ein Schwangerschaftsanzeichen? Völlig egal, bei mir ist alles ein Schwangerschaftsanzeichen, was von der Norm abweicht und in die entsprechende Zeitspanne fällt.

Am Samstag, also an IUI+12, hatte ich auf einmal heftige Krämpfe im Unterleib. Ich habe normalerweise keine starken Regelschmerzen, aber das fühlte sich sehr ähnlich an wie damals bei der Fehlgeburt. Nur, dass es viel kürzer war und kein Blut kam. Dennoch war es ein heftiger Dämpfer und so war ich nicht völlig überrascht, als der Schwangerschaftstest am Montag negativ ausfiel… Gestern wurde das Ergebnis dann auch durch den Bluttest bestätigt. Also ein zweites IUI-Negativ.

Aller guten Dinge sind drei, sage ich mir… Ich bin mal wieder erstaunlich gefasst. Ich bin eigentlich nach den negativen Tests immer erstaunlich gefasst. Meine „Tiefs“ kommen zwischendurch, unerwartet schleichen sie sich an und beißen sich fest, wenn man nicht damit rechnet. In der Testphase bin ich vermutlich zu sehr Realist. Zwischendurch ist die Zeit zum Träumen da.

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Zweite IUI: Zyklustag 18 (IUI+7)

Heute Nacht habe ich geträumt, einen positiven Schwangerschaftstest gemacht zu haben. Es war so real. Ich habe den Test gemacht und dann meinem Mann gezeigt, und wir haben uns total gefreut, obwohl wir uns natürlich auch direkt Sorgen gemacht haben. Aber hauptsächlich war da Freude. Dann wurde ich wach, und ich brauchte tatsächlich ein paar Sekunden, um das Gefühl abzuschütteln und zu realisieren: Es war nur ein Traum. Wie traurig.

Eigentlich geht es mir in dieser Warteschleife bisher recht gut. Eine Woche ist die Insemination jetzt her, aber ich war eigentlich immer gut beschäftigt. Das Wochenende war schön vollgepackt und dazu kam ja auch noch der Feiertag letzten Donnerstag, dann wieder Arbeit und und und… Das geht schon. Diese Woche sind auch wieder ein paar Termine und Pfingsten fahren wir dann ja weg. Zum Glück fährt meine schwangere Schwägerin nicht mit (nur mein Schwager), Samstag waren wir zusammen auf einer Party und ich bin ihr so gut es ging ausgewichen, ohne unhöflich zu sein.

Anzeichen habe ich gar keine, nicht wirklich jedenfalls. Ich würde mir ja mal welche wünschen… Aber da ist nichts, was ich nicht auch so erklären könnte. Ich bin abends müde wie Hulle und schlafe oft auf dem Sofa ein. Das habe ich aber schon seit bestimmt 4 Wochen jetzt und daher sehe ich es nicht als Schwangerschaftssymptom. Der Traum letzte Nacht… Den sehe ich auch nicht als Anzeichen. Gestern haben wir einen Schwangerschaftstest gekauft (ich wollte einen von Clearblue vorrätig haben und wir waren beim verkaufsoffenen Sonntag zufällig im Drogeriemarkt, weil wir dringend Sonnencreme brauchten), vielleicht kam es daher. Aber wer weiß. Vielleicht ja doch ein positives Zeichen?

Noch acht Tage bis zum Bluttest! Ich hoffe, ich kriege sie gut rum. Pfingsten werde ich sicherlich gut abgelenkt sein. Nur die Tage davor, im Büro, die ziehen sich wie Kaugummi…

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Zweite IUI: Zyklustag 13

Die Warteschleife, wie ich sie liebe. Das Utrogest habe ich gestern erst mal prompt vergessen, abends ist es mir wieder eingefallen. Aber das sollte noch ok sein. Ist ja auch nicht gerade mein Lieblingsmedikament. Ich hab schon zu meinem Mann gesagt, lieber Spritzen als Progesterongeschmiere… Die Spritzen kann man wenigstens nach 30 Sekunden abhaken (nur die Otrivelle, die juckt immer noch eine ganze Weile).

Ich habe ein unangenehmes Ziehen im Unterleib, immer mal wieder, schon seit der IUI. Ehrlich gesagt war das „Heute Abend können Sie es auch gerne noch einmal selbst probieren“ aus genau diesem Grund auch nicht die angenehmste Erfahrung meines Lebens… Das war für mich Pflichtübung pur. Was man nicht alles tut…

Natürlich habe ich so früh noch nichts zu berichten. Ich frage mich, was das Ziehen im Unterleib bedeutet. Ist es ein gutes Zeichen? Ein schlechtes? Überhaupt keins!? Ansonsten grüble ich wie üblich darüber nach, was der optimale Tag zum Testen wäre. Die Antwort: Es gibt keinen, nicht so richtig, vermutlich wäre es das beste, bis zum Bluttest zu warten.

Ach. Ich weiß doch auch nicht.

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Zweite IUI: Zyklustag 11 – die Insemination

Jetzt sitze ich hier und bin irgendwie schwanger und nicht schwanger. Also im Grunde genommen bin ich genau jetzt ziemlich sicher nicht schwanger. Es ist aber ein komischer Gedanke, dass ich hier sitze und vielleicht gerade schwanger werde. Oder morgen im Büro oder…. Hach!

Samstag habe ich die Otrivelle Spritze zur Auslösung genommen, um Mitternacht. Wir waren auf einem Konzert und da man dort ja nie weiß, wie lange es dauert, haben wir die Spritze mitgenommen. Ich hoffe, es hat ihr nicht geschadet – es war wirklich superwarm in der Location und eigentlich soll man die Spritze ja gekühlt aufbewahren. Und natürlich waren wir genau um kurz vor 12 wieder beim Auto und ich habe mir die Spritze dann dort gesetzt (war mir lieber als auf dem Klo der Konzertlocation) – da hätten wir sie auch im kalten Auto lassen können. Nun ja. Wird schon nicht geschadet haben, hoffe ich mal.

Heute dann also mit erheblichem Planungsaufwand unsere zweite IUI. Ich habe meinen Mann morgens zur Klinik gefahren, aber dann musste ich ins Büro. Sein Vater hat ihn dann abgeholt und zur Arbeit gebracht, wo ich ihn nachher wieder abholen werde. Um 11 Uhr war dann mein Termin (daher brauchte ich das Auto).

Mal abgesehen davon, dass ich eine nette Instagram-Bekanntschaft im Wartezimmer getroffen habe (soweit ich weiß, ohne Blog), war es unspektakulär. Ich wurde aufgerufen, dann wurde kurz abgeglichen, ob die Probe vom richtigen Mann stammt, wann ich die Otrivelle gespritzt habe und so was alles, und dann wurde die Probe eingeführt. Ich habe dieses Mal gar nicht hingeschaut – der Stuhl war sehr weit zurück und ich dachte mir, ich kenne das ja schon vom letzten Mal. Hat ein bisschen gepiekt, ein bisschen geziept, dann war’s vorbei. Noch eben schnell im Ultraschall gucken, ob alles an der richtigen Stelle gelandet ist (ist es) und mir Verhaltenstipps abgeholt (ich darf alles), und schon ging’s wieder Richtung Arbeit.

Der Doc meinte, ich darf alles machen, was ich will. Also werde ich morgen wohl wieder mit dem Rad zur Arbeit fahren und abends zum Bouldern gehen… Aber ansonsten werde ich mich natürlich verhalten, als wäre ich schwanger. Ich habe beschlossen, dieses Mal den Kaffee komplett zu streichen und mir stattdessen jedes Mal ein Stück Schokolade zu gönnen, wenn ich sonst Kaffee trinken würde. Da ich eigentlich nur zwei Kaffee am Tag trinke, sind das sogar weniger Kalorien als mein Kaffee mit Milch! 🙂 Ach ja, Abnehmen läuft soo…. mittel würde ich mal sagen. Aber ist jetzt auch erst einmal nicht oberste Priorität. Oberste Priorität ist: Nicht in der Warteschleife völlig verrückt werden.

Test ist natürlich erst in 14 Tagen. Genau genommen in 15 Tagen, da der Montag in zwei Wochen der Pfingstmontag ist und somit der Test erst am Dienstag ist… Hach. Wie soll ich das schon wieder durchstehen!?

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Zweite IUI: Zyklustag 8

Heute bin ich so emotional, dass ich auf dem Weg von der Klinik zur Arbeit vor Wut losheule, als ein Auto auf dem Radweg steht (und zwar nur, weil der Fahrer mit jemandem quatschen wollte, der auch noch so wild gestikuliert, dass ich fast vom Rad falle). Ich weiß nicht, ob das alles an den Hormonen liegt oder einfach an der psychischen Belastung durch die Behandlung, oder doch daran, was ich gerade in der Klinik gehört habe, aber schön ist es nicht.

Auf dem Ultraschall hat die Ärztin heute zwei eingeblutete Zysten entdeckt – eine links, eine rechts – und meinte, das könnte die Endometriose sein, die wieder da ist. Die OP ist ja nun auch schon wieder ein Jahr her, aber wissen kann man es erst einmal nicht. Abwarten ist wieder einmal die Devise und ich soll und will natürlich auch nicht präventiv noch einmal aufgeschnitten werden. Ich will eigentlich gar nicht mehr aufgeschnitten werden. Das kotzt mich an.

Wie auch immer, ansonsten ist es wohl so, dass die Blutwerte „hoch“ sind (was immer das bedeutet), das Eibläschen ist nicht viel weiter gewachsen (15,3 mm), aber die Schleimhaut sieht auch gut aus (heute habe ich sogar die 3 Schichten gesehen, nachdem ich wusste, worauf ich achten muss). Also bleibt es wohl beim Montag. Mal sehen, der Anruf mit der genauen Info kommt ja erst heute Mittag.

Meine Puregon-Dosis wurde dann übrigens gestern doch nicht mehr erhöht, so dass es bei 50 Einheiten blieb.

Passen tut mir das zeitlich mal wieder gar nicht in den Kram. Wenn ich Samstag die Auslösespritze nehmen muss, sind wir unterwegs, ich darf mir die Spritze dann wohl abends beim Konzert auf der Toilette setzen. Wie so ein Junkie. Noch blöder: Montag habe ich eigentlich eine Schulung von der Arbeit aus – in einer anderen Stadt. An 99% der Tage kann ich mir meine Zeit frei einteilen, aber natürlich muss es wieder irgendwie unpassend kommen. Ich bin sauer auf mein Leben.

Gestern also mit dem Chef telefoniert und gesagt, dass ich Montag wohl doch nicht zur Schulung kommen kann, weil ich einen nicht verschiebbaren Arzttermin habe. Natürlich hat er diskutiert, ob ich den nicht doch verschieben kann, und ich habe dann gesagt, ich kann schauen, aber es hängt nicht von mir oder der Praxis ab, sondern von meinen Blutwerten heute. Und natürlich hat er dann gefragt, was denn eigentlich wäre. „Da möchte ich jetzt eigentlich nicht drüber reden“ hat aber als Antwort ausgereicht, er sagte „Das kann ich verstehen“ und wir wechselten das Thema, aber unangenehm war es mir schon. Das war das erste Mal, dass einer meiner Chefs (ich habe zwei) nachfragte, worum es eigentlich geht bei meinen ganzen Arztterminen. Eigentlich sind beide da sehr professionell und ich glaube, er hat auch mehr aus Höflichkeit gefragt. Ist ja für beide blöd, wenn man so telefoniert. Nicht nachfragen signalisiert ja auch irgendwie Desinteresse. Nun ja, wir haben es gemeistert.

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Zweite IUI: Zyklustag 7

Heute früh durfte ich in die Kinderwunschpraxis: Blutabnahme und Ultraschall. Ich war früh da. In unserer Praxis muss man ja zwischen 7 und 8 Uhr Nummern ziehen, und ich hatte noch nicht mal meine Jacke ausgezogen, da wurde meine Nummer schon aufgerufen. Hui! So schnell ging es noch nie!

Jedenfalls war die Gebärmutterschleimhaut bei 6,6mm und das Eibläschen bei 14,5 mm. VIERZEHNKOMMAFÜNF! Wow, das ist echt groß für Zyklustag 7. Riesig sogar. Letztes Mal war ich an Zyklustag zehn erst mal gerade bei 13 mm! Entsprechend überraschend kam dann für mich auch die Ansage, dass wir – wahrscheinlich – am Samstag schon auslösen werden und am Montag die IUI machen. Montag! Das ist Zyklustag ELF! Drei Tage vor dem letzten Mal. „Der Körper ist kein Roboter.“

Wie ist denn der Wert der Gebärmutterschleimhaut mit 6,6 mm? Da kenne ich mich gar nicht aus, hatte auch noch nie Probleme damit. Ist das gut, oder zu wenig?

Morgen werde ich wieder zur Kontrolle gehen, der Doc meinte heute schon, dass wir eventuell die Dosis des Puregon erhöhen. Erhöhen? Es ist doch eh schon alles so riesig! Aber das hängt so oder so von den Blutwerten ab und ich erfahre es heute Mittag erst. Aber Auslösen an Zyklustag 9, das kommt mir echt superfrüh vor… Ich bin unsicher!

Natürlich vertraue ich aber dem Ärzteteam und denke mir, die werden schon wissen, was sie tun. Also mal sehen, was der Anruf heute Mittag ergibt…

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Zweite IUI – Zyklustag 1

Heute ist nach einem Bilderbuchzyklus der erste Tag des zweiten IUI-Zyklus. Die Mens kam heute exakt 15 Tage nach dem positiven Ovulationstest. Die genaue Zykluslänge konnte ich sehr schwer bestimmen, da ich letzten Monat irgendwie nur Schmierblutungen ohne Ende hatte und keinen richtigen Start, aber es sollte wohl so irgendwo bei 28 Tagen +/- 1 Tag liegen. Perfekt!

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Als hätte der Körper was nachzuholen (hat er vielleicht auch?), legte er heute direkt richtig los mit der Blutung, fast schon sturzbachartig. Huch! Das bin ich nicht gewohnt! Aber gut, ich will mich nicht beklagen, wenn da mal ordentlich aufgeräumt wird vor der IUI. 😉

In der Klinik habe ich bereits angerufen. Morgen lege ich mit den Spritzen los, 50 Einheiten Puregon täglich, alles wie gehabt. Es hat ja auch gut geklappt die letzten Male mit dem Follikelwachstum, das war ja nicht das Problem. Donnerstag darf ich dann zur ersten Kontrolle kommen.

Wenn sich mein Körper so in etwa an den gleichen Zeitplan wie letztes Mal hält und die IUI wieder an Zyklustag 14 wäre, dann wäre das Christi Himmelfahrt. Gerade erst mal meinen Mann gefragt, ob er da arbeiten muss (muss er manchmal an Feiertagen, da er mit dem Ausland zu tun hat, wo die Feiertage natürlich anders sind und einer immer Schicht machen muss)… Aber ich vermute sowieso, dass es dann eher einen Tag vorher oder nachher wird. Der Brückentag wäre doof, denn die sind im Büro natürlich längst aufgeteilt und ich habe keinen Urlaub und kann ausgerechnet dann natürlich auch keinen nehmen.

Aber gut, irgendwas ist immer. Ich versuche, es entspannt auf mich zukommen zu lassen und letztes Mal hat mich der Zeitplan ja auch irgendwie total überrascht. Vielleicht kommt es diesen Zyklus ja auch wieder ganz anders – der Satz des Arztes aus dem letzten Versuch klingt noch in meinem Ohr: „Der Körper ist ja nun einmal kein Roboter.“

Also: Neuer Zyklus, neues Glück. Fürs erste freue ich mich, dass ich wieder mehr Kaffee trinken „darf“ und das strikte Alkoholverbot in der Stimulationsphase werde ich nun wohl auch aufgeben und mir ab und zu mal ein Gläschen gönnen. Morgen gehen mein Mann und ich schön essen, weil wir Mittwoch Hochzeitstag hatten. Da will man ja auch mal anstoßen.

Definitiv werde ich über Pfingsten wohl „Schrödingers Schwangere“ sein (gleichzeitig schwanger und nicht schwanger – irgendwie), was doof ist. Da fahren wir ja immer mit Freunden weg. Aber „irgendwas ist immer“ gilt auch hier. Wenn das Leben mal so einfach wäre.