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Die genetische Beratung und die verwirrte Klinik

Unser Genetik-Termin ist nun auch schon wieder fast eine Woche her. Es war noch ein ziemliches Hin und Her mit den Unterlagen, die wir unbedingt vorher ausfüllen sollten. Die wollte die Praxis uns per Post senden, aber sie kamen und kamen nicht an. Die Zeit war ja auch recht knapp und so habe ich am Mittwoch, dem Vorabend des Termins, noch mehrfach dort angerufen. Letzten Endes haben sie mir dann die zwei Zettel per Email gesendet (hätte man auch gleich machen können, oder?) und es war einfach nur ein Anmeldeformular für die Praxis. Also, wo man Namen und Anschrift einträgt und den Beruf etc. Dafür so eine Aufregung?! Das hätten wir auch in drei Minuten vor Ort ausgefüllt gehabt.

Wie dem auch sei, der Termin war dann letzten Donnerstag, am heißesten Tag des Sommers bisher. Die Ärztin schien mir erst etwas stoffelig, aber nach etwas Smalltalk taute sie auf und dann fand ich sie sehr nett. Es war ja auch heiß, da kann man schon mal etwas angestrengt sein. Sie erklärte uns, dass wir auf eine Chromosomen-Translokation untersucht werden. Sie hat es auch wunderbar anhand von Bildern erklärt, dass ich es auch verstanden habe, aber hier so richtig wiedergeben kann ich es nicht. 😉 Außerdem wird bei mir noch die Gerinnung untersucht. Das Gespräch war gut, das Blutabnehmen ging fix, und jetzt müssen wir noch ungefähr eine Woche warten (zwei insgesamt) – ich bin gespannt, ob es wirklich so schnell geht. Und ich hoffe sehr, dass nichts gefunden wird! Denn wie wir sonst weiter vorgehen, da haben wir noch nicht drüber nachgedacht und uns auch nicht informiert bisher.


Gestern erhielt ich einen Anruf von der AOK. Es ging dieses Mal nicht um die ICSI und den Widerspruch, sondern um die IVF-Behandlung aus dem vorigen Jahr. Dafür hatten wir ja endlich die Rechnung bekommen und eingereicht. Nun hat die Dame von der AOK festgestellt, dass die Klinik das falsch berechnet hat. Statt 50% wurden uns 100% berechnet! Eigentlich müssten ja 50% über die Karte und 50% über die Rechnung abgerechnet werden.

Netterweise hat die AOK-Dame das gleich in die Hand genommen: Die Klinik angerufen, eine neue Rechnung angefordert (und dem Herrn erst mal erklärt, wo der Fehler lag) und sogar die Rückerstattung in die Wege geleitet, denn wir hatten die Rechnung ja bereits bezahlt! Somit hat die IVF nicht 4.000, sondern 2.000 Euro gekostet. Und wir müssen dementsprechend nicht 1.000, sondern „nur“ 500 Euro bezahlen (die Kasse trägt insgesamt 75%). Yeah!

Hätte mir das auffallen können? Ich sage: Nö. Auf der Rechnung stand, es seien 50% und was die Zahlen betrifft – das ist für mich alles immer noch neu und für die IUIs haben wir nie eine Rechnung zu Gesicht bekommen, da wir dafür nur die Medikamente bezahlen mussten.

Die Klinik ist also wieder einmal verwirrt gewesen. Wundert mich so mittelmäßig sehr, das haben sie ja schon öfter unter Beweis gestellt. Nun ja, ich hoffe, sie gleichen das mit sehr gutem medizinischem Wissen wieder aus! 😉

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Hoppla-hopp, die genetische Untersuchung steht vor der Tür

Huch! Das ging jetzt schnell.

Am Freitag bekam ich die Info, dass der MdK die genetische Untersuchung haben möchte. Am Montag rief mich die Kinderwunschklinik zurück, erklärte mir, was das eigentlich genau ist (wir müssen Stammbäume ausfüllen, ein Gespräch über uns ergehen lassen und dann wird unser Blut untersucht) und hat mir die Telefonnummern von zwei Praxen durchgegeben.

Und während ihr noch unter meinem letzten Beitrag diskutiert, ob Reichel-Fentz doof oder toll ist (ich tendiere nach einigen Berichten übrigens zu doof, aber das ist rein subjektiv), habe ich einfach die beiden Praxen in unserer Heimatstadt angerufen. Man muss es ja nicht unnötig kompliziert machen und wir haben das Glück, in einer Stadt zu wohnen, in der es mehrere Möglichkeiten gibt (es gibt laut Google sogar noch eine weitere Praxis, aber diese beiden hatte mir nun einmal die Kinderwunschklinik empfohlen).

Ich hatte es eilig, denn bekanntermaßen sind die Wartezeiten für solche Termine lang. Bei der einen Praxis war dann schon Feierabend (wenn man irgendwo nur bis 12 Uhr anrufen kann, bin ich ja schon genervt), bei der anderen ging es dafür ganz schnell. „Ich könnte Ihnen einen Termin am 14. Juli anbieten. Oooder… Wie spontan sind Sie? Wie wäre es mit Donnerstag?“ Tja, und nun haben wir den Termin eben übermorgen. Huch!

Es gab noch ein bisschen Hin und Her mit meinem Mann, der dafür ja früher Feierabend machen muss. Also, ich muss das auch, aber ich habe da weniger Schwierigkeiten. Bei meinem Mann gibt es den Bereitschaftsdienst bis 17 Uhr und sein Kollege ist im Urlaub. Ich finde ja, bei seltenen und wichtigen Terminen sollten Kollegen und Vorgesetzte Verständnis haben und als Arbeitnehmer sollte man sich auch trauen, das durchzuboxen. Ich denke mir immer: Wenn man morgens aufwacht und krank ist, geht die Firma auch nicht direkt pleite. So hat man immerhin ja auch noch 3 Tage Zeit, etwas vorzubereiten und zu organisieren. Glücklicherweise klappt das jetzt, aber wenn die Chefs sich bei so was querstellen, braucht man sich nicht zu wundern, wenn man sich spontan morgens „eine Krankheit einfängt“. Ich meine, es ist das erste Mal in diesem Jahr, das mein Mann einen Kinderwunschtermin hat und auch das erste Mal, dass er so etwas anfragt. Und man hat ein Recht auf Arzttermine in der Arbeitszeit, wenn es nicht anders geht.

So, Exkurs/Rant beendet. 😉

Nach Absprache mit der Kinderwunschklinik habe ich mir eine Überweisung von meinem Frauenarzt ausstellen lassen, nicht von der Kinderwunschklinik selbst. Darauf steht: „Zustand nach Abort – genetische Ursache?“ Die Hoffnung ist, dass die Krankenkasse dann die Kosten der Untersuchung übernimmt. Und es ist ja auch die Wahrheit, denn der MdK will die Untersuchung ja aufgrund der Fehlgeburt. Die Ärztin hat mir mehr oder weniger durch die Blume zu verstehen gegeben, dass sie die Untersuchung für überflüssig hält („Der Wert dieser Untersuchungen ist umstritten“), und wir waren uns einig, dass eine Fehlgeburt in der 7. Woche zwar scheiße ist, aber nicht unbedingt ausgesprochen ungewöhnlich. Nun ja, durch die kurze Wartezeit bin ich nun fast versöhnt mit dem ganzen Kladderadatsch und wer weiß, vielleicht kommt ja wirklich was hilfreiches raus.

Ich bin aufgeregt und vorfreudig. Dabei weiß ich natürlich selbst, dass es nach dem Gesprächstermin noch Wochen dauern kann, bis es tatsächlich Ergebnisse gibt. Aber hey. Es passiert was. Nach einem halben Jahr. Das ich das noch erleben darf!

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Genetische Untersuchung?

 

Herr D. von der AOK hat heute angerufen, nachdem ich am Dienstag eine Nachfrage gestellt hatte, wie der Stand unseres Widerspruchs sei. Am Mittwoch rief er schon zurück – entschuldigte sich, dass er es nicht Dienstagabend noch geschafft hatte, erzählte, dass das Gutachten beim MdK sei, die Kollegin habe schon am Montag dort nachgehakt, aber er am Mittwoch auch noch einmal, das sei noch nicht in Bearbeitung. Er würde jetzt aber jeden Montag dort anrufen und „die ein bisschen nerven“. Auch er fand die Wartezeit – mittlerweile 2,5 Monate – nämlich unsäglich. Heute rief er dann erneut an: Das Gutachten sei fertig.

Huch! Das ging plötzlich schnell. Ich denke mal, sein persönlicher Anruf als Leiter der Leistungsabteilung könnte geholfen haben. Wie dem auch sei, es ist natürlich eine Absage.

ABER!

Offenkundig hat der MdK die neuen Richtlinien mit einbezogen. Der ursprüngliche Antrag wurde ja mit den Spermiogramm-Werten meines Mannes abgelehnt, die zu gut waren. Das war im März. Zum 1. Juni wurden die Richtlinien geändert, nun gibt es keine festen Werte mehr, unter die der Mann fallen muss, es muss nun einfach nachgewiesen werden, dass die Werte schlecht sind. Und das sind sie ja, sie sind halt nicht mehr katastrophal, aber auch nicht gut.

NUN schreibt der MdK folgendes (übrigens ja, dieses teils schlechte Deutsch zitiere ich wörtlich):

In den vorliegenden Spermiogrammen sind jeweils nur wenige Normalformen nachweisbar gewesen als auch denkbare Ursache des bisherigen unerfüllten Kinderwunsches. Wie im Bericht der (…) Klinik aufgeführt, kann die Chance für den Eintritt einer Schwangerschaft durch eine ICSI-Behandlung erhöht werden. Jedoch ist erneut anzumerken, das, wie bereits in meinem Vorgutachten aufgeführt, zuvor eine genetische Untersuchung erfolgen sollte bei bereits einmalig aufgetretenem Abortus inkompletus im Jahr 2014 unklarer Genese. Fruchtbarkeitsstörungen und Aborte können auch genetische Ursachen haben mit auch erhöhtem Risiko bzgl. angeborener Krankheiten und Behinderungen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, das ohne vorherige genetische Untersuchung/Beratung die Kostenübernahme einer ICSI-Behandlung zu Lasten der Krankenkasse aus sozialmedizinischer Sicht nicht befürwortet wird.

Oha! Das ist eine andere Begründung als beim ersten Mal.

Natürlich weiß ich immer noch nicht genau, was nun mit genetischer Untersuchung gemeint ist, und finde es auch nicht unbedingt logisch, die Fehlgeburt in der 7. Woche (!) da so groß rauszuhängen, denn wieviel Prozent der Schwangerschaften gehen in den ersten 8 Wochen noch gleich verloren? 30%? Jedenfalls eine Menge, so viel weiß ich. Dennoch klingt das doch erst mal recht positiv, sofern man diese Untersuchung nachreicht. Ich habe meine Klinik direkt mal um Rückruf gebeten, um zu klären, was wir jetzt tun müssen.

Herr D. von der AOK war übrigens super. Freundlich, engagiert, verständnisvoll. Naja, kann er ja auch sein, er kann den schwarzen Peter ja dem MdK zuschieben. Aber er wirkte auf mich sehr ehrlich und positiv. Er sagte auch, er könne natürlich nicht garantieren, dass der MdK den Antrag nach Einreichen der geforderten Untersuchung genehmige. Dennoch war er ähnlich optimistisch wie ich. Natürlich immer vorausgesetzt, bei dieser ominösen Untersuchung – weiß jemand, was gemeint sein könnte?! – kommt nichts überraschendes raus!

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Schwangerschaften rundherum

Meine Filterblase ist schwanger! Links, rechts, geradeaus. Egal wohin ich schaue, sehe ich Schwangerschaften. Eine gute Freundin habe ich am letzten Wochenende im betrunkenen Kopf dazu gedrängt, es mir doch endlich zu verraten. Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen – selbst ihre Familie weiß es noch nicht und sie hatten es selbst erst am Vortag erfahren. Aber es war einfach zu auffällig: Das sie beim Essen nichts getrunken hat und das mit Fastenzeit/Diät begründet hat, ok. Aber als sie dann selbst vom Tiramisu nichts aß, war ich mir sicher. Tja, und so war es dann auch.

Heute verkündete eine weitere Bekannte, dass sie im September Mama wird (ich hatte sie ohnehin schon als „nächste“ auf der Wahrscheinlichkeitsliste). Die dritte Freundin postet jede Woche ihre Bilder zum „Dickbauchdienstag“ auf Instagram. In meinem „Internetleben“ gibt es auch noch einige Schwangerschaften, von denen ich glücklicherweise nicht so viel mitbekomme. Ja, ich gebe zu, manchmal entfolge ich auch aus diesem Grund, wenn man sich anderweitig ohnehin nicht kennt.

Bei der oben genannten Freundin hat es im allerersten Versuch geklappt. Die zweite Bekannte schrieb, sie hätte nicht damit gerechnet, dass ihre Wünsche für 2017 so schnell in Erfüllung gehen. Die dritte Freundin, die jetzt schon in der 36. Woche ist, hat ungefähr ein Vierteljahr gebraucht.

Der Mann sagt, es macht ihm nichts aus, wenn es bei anderen schneller geht. Und natürlich hat er vom Kopf her ja auch Recht. Es macht für uns keinen Unterschied. Ändert nichts an meinem Neid und Selbstmitleid. Dabei muss man mit den Vergleichen aufhören, um nicht verrückt zu werden. Wir sind wir, und die sind die.

Also, was passiert im Hause „Wir“? Der Widerspruch gegen den Entscheid der Krankenkasse läuft, wir warten auf Rückmeldung. Wir sind ein bisschen emotional geworden im Anschreiben – mir war es erst etwas unangenehm, aber wie ich schon auf Twitter las und der Mann auch noch mal bekräftigte: Was haben wir zu verlieren? Möglich, dass der Krankenkassenmensch sich über unseren Brief kaputtlacht. Oder den Kopf schüttelt darüber, dass wir ihn anbetteln. Mir egal, ich bin da nicht dabei, ich bekomme es nicht mit und rechne damit, dass er offiziell angemessen und seriös reagieren wird. Und wenn die Chance besteht, dass es ihn doch irgendwie dazu bewegt, zuzustimmen, dann nutzen wir die auch.

Sonst so? Nach meinem Pillenzyklus im März habe ich meine Tage nicht bekommen. Ich hatte eine Woche Schmierblutungen und das war’s. Ab und zu piekst es etwas im Unterleib, aber nichts passiert. In winzigen Millisekunden denkt mein Kopf, das könnte vielleicht bedeuten, dass ich schwanger bin. Die Tatsache, dass ich in dem fraglichen Zyklus a) die Pille genommen habe, wir b) im entsprechnenden Zeitfenster höchstwahrscheinlich nicht „aktiv“ waren und c) eine Kinderwunschgeschichte von mittlerweile 4 Jahren halten mich davon ab, dieser Millisekunde auch nur den Hauch einer Beachtung zu schenken. Es ist Quatsch, aber ich frage mich trotzdem, was da los ist und ob ich mal zum Arzt gehen sollte, oder ob die Schmierblutung die reguläre Blutung ersetzt hat. Ansonsten wäre ich jetzt nämlich an Zyklustag 48, WTF?!

Ich bin wieder mit dem Abnehmen angefangen. Wenn ich jetzt erst einmal sowieso keine ICSI machen kann, kann ich mich auch eben um die letzten 5-6 Kilo kümmern, für die ich im letzten halben Jahr keinen Kopf hatte. Ich mache wieder meine 10.000 Schritte am Tag und zähle Kalorien. Erstaunlich, wie leicht das eigentlich ist. Außerdem nähe ich neuerdings Babykleidung. Ich möchte meine Stoffvorräte aufbrauchen und die minifuzzi T-Shirts etc. eignen sich super für Reste. Genug Schwangere in der Umgebung, die ich damit beschenken kann, habe ich ja. Erster Plan: Der überredeten Freundin ein Shirt nähen und eine Karte schreiben, auf der ich mich fürs Überreden entschuldige. Ich weiß ja eigentlich selbst, wie blöd das ist.

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Überdurchschnittlich

Die Klinik hat uns einen Brief geschickt. Mir scheint, wir sollen Widerspruch bei der Kasse einlegen – so richtig klar drücken sie das allerdings nicht aus. Aber den passenden Brief dazu finde ich den Knaller:

„Wir schätzen die Chancen für den Eintritt einer Schwangerschaft mittels ICSI als eher überdurchschnittlich ein.“ Wow! Das hab ich gebraucht. Jetzt googeln wir mal, wie so ein Widerspruch auszusehen hat (hat jemand Tipps?), und dann hoffe ich, dass die Krankenkasse das Argument der niedrigen Befruchtungsrate gelten lässt. Puh. Ich bin wieder viel optimistischer, aber auch ganz schön aufgeregt. 

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Auf in die Schlacht

Seit ich die Ablehnung des Plans bekommen habe, geht es gefühlsmäßig erstaunlicherweise irgendwie wieder aufwärts. Vielleicht, weil eine neue Aufgabe entstanden ist und man wieder das Gefühl hat, zumindest irgendwas machen zu können?

Natürlich war die Absage trotzdem niederschmetternd, und mein Mann und ich hatten ein langes Gespräch mit vielen Tränen von meiner Seite und vielen Sorgen auf seiner Seite. Wir konnten uns zumindest darauf einigen, dass wir uns wenigstens einen ICSI-Zyklus leisten können. Das sagt natürlich jetzt noch so ungefähr gar nichts aus, weil wir noch keinerlei weitere Informationen haben, wie es weitergehen soll – aber für mich war das sehr wichtig, das zumindest schon einmal zu wissen.

Seither fliegen meine Gedanken von links nach rechts – die Lieblingsschwägerin brachte plötzlich als Alternative die Samenspende zur Sprache, da sie meinte, es fiele meinem Mann vielleicht leichter als eine Adoption, bei der einem (wie sie es sehr hübsch formulierte) „ein fertiges Kind vorgesetzt“ wird, bei dem man zudem im Voraus nichts über den familiären Hintergrund weiß und auch mit Unsicherheiten leben muss, zumindest anfangs, ob es wirklich bleiben darf. Seither grusele ich mich ein bisschen auf Webseiten von Samenbanken, bei denen man in eine Suchmaske seine Kriterien eingeben kann (ja bitte, 190 cm groß, blond und blauäugig natürlich) und die Proben direkt in einen virtuellen Warenkorb legen kann. WTF? Ich bestelle mir ein Kind? Da wird’s selbst für mich extrem haarig von den Gefühlen her. Mein Hintergedanke ist ja, dass bei der Samenspende vielleicht eine weitere Insemination ausreichend ist und es so deutlich günstiger würde… Der Haken an der Sache: Mein Mann hat noch nicht den Hauch einer Ahnung, dass ich das Thema im Kopf habe. Hüstel.

Auf der anderen Seite google ich wie wild Interaktionsstörung (meistens lande ich dann auf soziologischen Seiten, nicht ganz was ich meine), genetische Untersuchungen (die wurden ja in dem Gutachten bemängelt, dass sie fehlen) und Widerspruch gegen Krankenkassen-Entscheidungen. Ich schreibe wieder im Kinderwunschforum und rege mich auf Twitter über die Krankenkassenzeitung auf, in der doch allen Ernstes steht, in vielen Fällen würde es einfach daran liegen, dass man nicht genug entspannt. Boah. Kann’s noch irgendwer hören? Nein.

Ansonsten warte ich auf die Rückmeldung der Klinik – tja, da kam nichts bisher (außer der Bestätigung, dass es an die Ärzte weitergeleitet wird). Das nervt mich natürlich. Montag ist es eine Woche, dann werde ich nachhaken. Irgendwer muss ja wohl mal mit mir reden.

Jedenfalls scheine ich wieder damit leben zu können, dass es weitergeht, wo ich doch vorher völlig energielos war und nur noch auf ein „hinter mich bringen“ abzielte. Was ist da los? Aber ich will mich nicht beschweren. Also, nicht über meine Energie. Schon durchaus über die Klinik, die Krankenkasse, die allgemeine Lage, … 😉

Für meinen Mann muss ich glaube ich mal, wenn ich mir selbst über einiges klargeworden bin (z.B. Klinikwechsel? Widerspruch einlegen? Weitere Untersuchungen? Samenspende?!), einen Schlachtplan aufschreiben und ihm vorlegen. Dieses klein-klein ist nichts für ihn, da blockt er direkt, weil es ihm glaub ich auch zu unübersichtlich ist. Kann ich gut verstehen, denn ich hab ja selbst noch keinen Überblick in meinem Kopf. Wie soll ich ihn da von irgendetwas überzeugen.

Nebenbei bemerkt zum Abschluss: Besonders ironisch finde ich ja, dass es am zu guten Spermiogramm liegt, dass der Plan abgelehnt wurde. Da freut man sich jedes Mal, wenn das Ergebnis besser wird, um dann letzten Endes daran zu scheitern. Weitere wunderschöne Ironie des Schicksals: Die meines Wissens einzige andere Indikation, eine ICSI zu genehmigen, ist eine Nullbefruchtung bei der ersten IVF. Tja, von unseren VIERZEHN Eierchen hat sich befruchten lassen – eins. So halbwegs. Darüber habe ich mich damals sehr, sehr, SEHR gefreut. Jetzt ist es der Stolperstein, der die ICSI verhindert. Ey, Schicksal. Du bist gerade ein bisschen doof. Lass das mal sein mit der Ironie. Bitte.

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Abgelehnt.

Ich weiß nicht mal so richtig, wie ich anfangen soll.

Der Anruf der Krankenkasse kam heute. Der Behandlungsplan wurde vom MdK abgelehnt.

Das Gutachten habe ich mir direkt per Mail schicken lassen, hier die Begründung:

Unbenannt

Nachdem ich das auf Twitter gepostet hatte, erfuhr ich: völlig richtig so. Die einzige Indikation, die die Krankenkassen für eine ICSI akzeptieren (müssen), sind schlechte Spermien. Wieso um alles in der Welt die Klinik uns dann einen Behandlungsplan stellt, auf dem als „Indikation gemäß 11.1-11.5“ steht „geringe Eizell-Spermien-Bindung/niedrige Befruchtungsraten bei IVF“, ist mir vollkommen schleierhaft. Das ist keine Indikation gemäß dieser Punkte, denn diese Punkte stehen in der Richtlinie über Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung und unter 11.1-11.5 steht NIX von schlechter Bindung oder niedrigen Befruchtungsraten als akzeptierte Gründe.

Ich rege mich also nun nicht mehr über die Krankenkasse, sondern über die Klinik auf. So einen Behandlungsplan kann man sich doch gleich sparen, oder sehe ich das falsch? Und ihn mir einfach zu geben ohne auch nur ein Wort der Warnung. „Wir brauchen nur noch den genehmigten Plan, dann kann’s losgehen“. WTF? Und auf die Anfrage der Unterlagen, die das MdK sehen wollte, ein „Sowas hab ich in meinen 5 Jahren hier noch nicht erlebt, dass die das sehen wollten.“ Sind wir so selten? Sind die so inkompetent? Ich weiß es nicht.

Wie geht es weiter? Ich weiß es nicht. Ich fürchte, was die Krankenkassen-Übernahme der ICSI-Behandlung übernimmt, sind wir schlicht und ergreifend am Arsch. Es sei denn, die Ärzte haben noch eine schlaue Idee, oder ihr.

Ich weiß es doch auch nicht.