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ICSI-News

Jetzt will ich doch mal was über die Behandlung schreiben, da ich im Nachhinein die Dokumentation immer zu schätzen wusste.

Die Stimulation merke ich so ungefähr gar nicht. Das Synarela Nasenspray vertrage ich gut, die Puregon-Spritzen stecke ich munter hier und dort in meinen Bauch, man hat die Routine mittlerweile. Die Menogon-Spritzen müssen erst gemischt werden und nach einer Woche kann ich sagen, dass wir es inzwischen drauf haben, nachdem es anfangs doch etwas umständlich war. Das beste daran: Ich habe erst immer gesagt, dass ich es allein mache, um meinen Mann nicht auch noch damit zu belasten. Reicht ja, wenn eine sich damit rumschlagen muss. Am zweiten Tag hat er das allerdings nicht mehr zugelassen und ich habe direkt gemerkt (und er hat es auch gesagt), dass das super ist. Er hat das Gefühl, dass er endlich auch mal was machen kann, um mir zu helfen. Also, was konkretes. Statt ihn zu „entlasten“, indem ich es selber mache, rufe ich ihn jetzt also immer und lasse ihn die Menogon zusammenbasteln. 🙂

Heute war dann der erste Ultraschall nach Stimulationsbeginn, also wie immer nach einer Woche.

Ich musste sehr wenig warten und hatte eine nette junge Ärztin, deren Namen ich mir noch nicht gemerkt habe, die ich aber vor einer Woche auch schon hatte. Sehr sympathisch, wir flachsen immer ein bisschen rum, aber gleichzeitig ist sie professionell, erklärt gut, und beantwortet Fragen. Und fragt sogar nach, ob ich Fragen habe UND gibt mir Zeit, darüber nachzudenken, ob ich Fragen habe. Das machen ja irgendwie immer nur die Ärztinnen, nie die Ärzte!

Wie dem auch sei, der Ultraschall ergab eine noch sehr flache Schleimhaut (nicht so gut, den Wert habe ich mir irgendwie dieses Mal nicht gemerkt) und nur drei größere Follikel. DREI! Alle auf der rechten Seite. Ein paar kleinere (winzige) gab es rechts auch noch und links war GAR NICHTS. NULL. NADA! Was geht?!

Ich wurde ganz nervös. Die Ärztin blätterte in den Unterlagen und beruhigte mich, das sei gar kein Problem, das sei bei der IVF auch schon so gewesen und da hätten wir ja auch am Ende eine Menge rausgeholt. Ich blieb skeptisch, aber nun gut. Machen kann ich eh nichts daran. Das Puregon wird nun erhöht (wie hoch, erfahre ich heute Mittag), Menogon bleibt gleich.

Ich habe nachgeschaut, wie es bei der IVF denn nun tatsächlich war (ich sagte ja, ich schätze die Dokumentationsfunktion dieses Blogs manchmal sehr):

Sie entdeckte eine 6 mm dicke Gebärmutterschleimhaut (einwandfrei), rechts 3 große Follikel und 5 kleinere, sowie links die bekannte eingeblutete Zyste und noch 7 Follikel. Also 15 insgesamt.

Naaaa jaaaa. Ja gut, 3 größere (so 11-15 mm) waren ja auch dieses Mal wieder dabei. Die winzigen hat sie nicht gezählt… Sie waren aber auch echt mini. (Ich finde es übrigens faszinierend, was man mittlerweile im Ultraschall alles erkennt. Früher waren das nix als grisselige Landkarten für mich…. Heute weiß ich, ah guck an, die Gebärmutterschleimhaut, und so weiter.)

Na, ich versuche, mich nicht verrückt zu machen. Erstens würde es sowieso nichts ändern. Zweitens denke ich mir: Wir hatten immer unsere 14-15 Follikel, aber was hat es uns gebracht? Nichts. Also vielleicht leben wir einfach damit, dass es weniger sind, wenn sie dafür eine bessere Qualität haben? Natürlich immer vorausgesetzt, dass sie das dann auch tatsächlich haben. Weiß man ja nicht.

Heute Mittag kriege ich die Info über die neue Puregon-Menge und Freitag darf ich dann zur Kontrolle wiederkommen. Ob dann am Montag schon die Punktion stattfindet? Ich bin gespannt und hoffe auf den Mittwoch, aber halte es für nicht sooo wahrscheinlich.

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ICSI-Business as usual: Alles ist okay.

Es ist ja so eine Sache mit der Zeit. Denn während ich bei den vorangegangenen Behandlungen geflucht und gehadert habe, wie SCHRECKLICH LANGE das alles dauert, bin ich dieses Mal so „Hups! Ist es schon wieder soweit?“ Dabei dauert objektiv gesehen natürlich alles genau so lange wie die letzten Male auch. Einstein hatte eben recht, alles ist relativ und an der Zeit merkt man es ganz besonders.

Heute war nun schon der erste Ultraschall in der Klinik. Das Synarela vertrage ich dieses Mal wieder ganz gut, ein Glück! Heute lege ich also mit den Spritzen los. Unterschied zu den letzten Malen: Ich darf mich gleich doppelt spritzen (yay!), Puregon (125 Einheiten) und Menogon (75 Einheiten) gibt’s. Dazu ASS, wie mit der Ärztin besprochen.

Punktion hätte ich dann mal so ungefähr für den 30. ausgerechnet… Was natürlich suuuuper ist (ihr hört die Ironie), so schön am Brückentag, natürlich keiner der Brückentage, an denen ich Urlaub habe. Seufz. Außerdem haben wir für den Abend Konzertkarten. Und ich bin jemand, die bei Konzerten bevorzugt hüpft, springt und den Moshpit erobert. Nach ner Punktion? Eher nicht. Dann muss mich wohl jemand vertreten und ich bleibe zu Hause. Yay.

Aber ja, so ist es bei mir ehrlich gesagt jetzt meistens, denn ich habe viele Pläne und Termine. Wenn ihr also noch etwas sucht, was die Zeit so einer Behandlung wahnsinnig kurz erscheinen lässt, ist mein Rat: Schüttet euch mit Freizeitaktivitäten zu. Dann denkt auch ihr plötzlich „WTF, schon wieder Punktionszeit?“ Dabei hätte ich noch vor einem Jahr um diese Zeit wirklich gejammert, dass schon wieder fast Mai ist. Wir wollten ja auch dieses Mal eigentlich im Januar angefangen haben, danke liebe Schilddrüse.

Vielleicht ist das ein Zeichen, dass ich durch bin. Und ich bin auch durch, durch mit der Behandlungsgeschichte. Es belastet mich nicht wirklich, aber die Vorstellung, dass es das letzte Mal ist, ist ehrlich gesagt eine angenehme.

Daher habe ich auch dieses Mal deutlich weniger zu bloggen oder twittern. Ich kann erzählen, dass meine Gebärmutter heute einwandfrei aussah, lehrbuchartig quasi, keine Zysten in Sicht, wunderschön flache Schleimhaut, alles top. Ist ja mal was ganz neues. Nehm ich aber wohl mit.

Und ja, dieser Beitrag ist bei weitem nicht so reflektiert und ausführlich wie viele andere von mir, und ich merke gerade auch, dass ich das so auf einer Pobacke hier runterschreibe, mehr der Vollständigkeit halber als aus einem Bedürfnis, mich mitzuteilen. Und das ist okay. Und das ist gut.

Und vermutlich bedeutet das NICHT, dass ich nicht nach Punktion und (hoffentlich) Transfer ein Nervenbündel sein werde. 😉 Und das ist auch okay.

Alles ist okay.

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Flashback

Seit Jahren singe ich im Chor. Und ab und zu hat dieser Chor Konzerte gemeinsam mit anderen Chören. So auch in diesem Jahr. Wir planen zwei Konzerte mit diesem Chor, eins in unserem Stadtteil, und eins in der Kirche des anderen Chors.

Das ist nicht unsere erste Zusammenarbeit mit diesem Chor. Für mich ist es die zweite, um genau zu sein. Vor vier Jahren haben wir gemeinsam Rutter geprobt, John Rutters Requiem. Die Generalprobe fand an einem Donnerstag statt. Der 20. November 2014. Morgens hatte ich einen Termin bei meiner Frauenärztin. Ich war nämlich plötzlich und unerwartet schwanger geworden.

Der Termin bei der Frauenärztin lief nicht so wie erwartet, und den Tag verbrachte ich mehr oder weniger weinend. Die Generalprobe wollte ich aber trotzdem nicht verpassen, und so schlug ich in der Kirche auf, bei meinem Chor und dem anderen Chor. Nur, um keinen Ton herauszubringen, ohne in Tränen auszubrechen. Zu allem Übel begann ich dann auch noch körperlich stark abzubauen und nachts fanden mein Mann und ich uns dann im Krankenhaus wieder.

In dieser Kirche, in der meine Fehlgeburt „losging“, bin ich seither nicht wieder gewesen. Gestern sprachen wir aber dann in der Chorprobe über das neue Programm, über die Noten, über Termine und Konzerte. Und ich hatte diese Kirche vor Augen. Und ich habe ungefähr eine halbe Stunde gebraucht, bis ich wieder mitsingen konnte, ohne zu weinen.

Eigentlich habe ich die Fehlgeburt gut verkraftet, denke ich. Ich meine, hallo, SSW 7. Da habe ich lange Zeit nicht mal von einer Fehlgeburt gesprochen, weil mal ehrlich, eine Geburt ist es nun wirklich nicht. Aber die Trauer, als ich mich an die konkrete Situation erinnerte, die war überraschend heftig. Es war ein sehr schwerer Moment. Ich darf traurig sein. (Stellt euch an dieser Stelle vor, wie ich meiner Therapeutin zuwinke!)

Bevor wir in der Kirche proben oder gar auftreten, sollte ich vielleicht noch mal dorthin gehen. Einfach, damit ich vernünftig singen kann, wenn es soweit ist. Vielleicht war bis dahin ja auch die ICSI (also – hoffentlich!) und vielleicht bin ich dann ja auch wieder schwanger (also – hoffentlich!). Die Generalprobe wird wieder im November sein. Vier Jahre danach. Vielleicht ja dann mit Babybäuchlein. Wir werden sehen.

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Abstand

Ich habe so viel Abstand, dass ich die aufgeregten Hibbel-Tweets anderer mit einem milde amüsierten Kopfschütteln wahrnehme. Das ist ein bisschen niedlich von mir selbst, denn: Wenn ich in der Situation bin, bin ich kaum anders.

Obwohl, ein bisschen anders bin ich inzwischen vielleicht schon. Hoffnung? Ja, bitte. Verzweiflung? Nein, danke.

Kürzlich war ich zum Hautscreening bei einer Hautärztin. Es war meine allererste Hautkrebsvorsorge – irgendwie dachte ich, mit 33 wäre es jetzt ja doch langsam mal an der Zeit. Also füllte ich brav das Formular für Erstpatienten aus, konnte mir wieder mal nicht merken, ob ich eine Schilddrüsenüber- oder unterfunktion habe (Google sagt UNTER und ich grüble noch mal ein bisschen über eine Eselsbrücke nach), und kam dann auch relativ schnell dran.

Im allgemeinen Gespräch zeigte sich die Hautärztin erst mal entsetzt, dass ich schon mal einen schweren Sonnenbrand hatte – sogar mehrere! Das wäre ja bei Kindern aus den 70ern Usus gewesen, aber in meinem Alter hätte sie in der Regel Patientinnen und Patienten, die NOCH NIE einen Sonnebrand hatten, das Bewusstsein sei da einfach gestiegen. Ähm. Echt jetzt? Noch NIE einen Sonnenbrand? Lügen die alle? Die Vorstellung kommt mir völlig absurd vor.

Wie dem auch sei, jedenfalls fragte sie mich dann, ob ich Hormone einnehme und ich berichtete wahrheitsgemäß von der Kinderwunschbehandlung. Ach ja, sagte sie, sie habe ja auch mit 38 Jahren noch ein IVF-Baby bekommen. Wir plauderten ein wenig über das Thema, wie man das eben so tut (Wo sind Sie denn in Behandlung, was wurde schon gemacht etc.) und wie ich es auch eigentlich ganz angenehm finde, wenn man mal auf jemanden trifft, der sich selbst schon mal damit befasst hat und man nicht jede Kleinigkeit erklären muss. Sie hätten jedenfalls alles selbst zahlen müssen, 15.000 Euro hätten sie ausgegeben, aber das wäre es ja jetzt im Nachhinein alles Wert gewesen.

Mehrfach hat sie dann zu mir gesagt: Da müssen Sie echt hinterher sein. Da müssen Sie sich selbst kümmern. Ein Jahr ist da so schnell vergangen. Natürlich haben Sie mit 33 da noch etwas mehr Zeit, aber die Zeit vergeht so schnell. Seien Sie da hinterher!

Es stimmt: Die Zeit vergeht schnell. Und man muss sich selbst kümmern, um so vieles. (Während ich diesen Artikel schreibe, habe ich schnell noch mal einen Termin bei der Hausärztin ausgemacht, um meinen Schilddrüsenwert zu überprüfen, der momentan zu hoch ist.) Eine Kinderwunschbehandlung ist wahrlich nichts, wo man nur den ersten Stein ins Rollen bringen muss und dann läuft es von selbst.

Weil das ganze bei mir aber gerade so surreal weit weg ist, sagte ich dann irgendwas von „Ja mal sehen, was noch so kommt“. Und das war ihr nicht konkret genug. „Nein wirklich, Sie müssen da ECHT hinterher sein, damit es weitergeht, da muss man sich echt kümmern!!!“ und ich sagte dann, dass ich mich auch mit einem Leben ohne Kind im Zweifelsfall „abfinden“ könne, um mich dann selbst zu korrigieren und das Wort in „mich damit arrangieren“ änderte. Was sie dazu brachte, den Kopf zu schütteln und grob zitiert „Nein, sagen Sie so etwas doch nicht, da muss man sich halt einfach kümmern und wenn es dann am Ende 15.000 Euro kostet, war es das doch wert“ zu sagen.

Hmm.

Erstens. Ich gebe zu, dass mein „ich könnte mich damit abfinden“ nicht positiv klang. Es war die Ermangelung eines besseren Worts, „ich könnte mich damit arrangieren“ klingt schon besser, aber ich muss da wohl wirklich mal über eine positive Wortwahl nachdenken.

Zweitens. Fünfzehntausend Euro sind eine Menge Geld. Eine MENGE. Sie ist Ärztin, ich weiß natürlich nicht, was ihr Mann macht. Aber fünfzehntausend Euro. Alter. Muss man dann halt mal in die Hand nehmen. Unser Auto hat übrigens 8.000 Euro gekostet. Das haben wir 3 Jahre lang abgezahlt.

Die letzte ICSI rückt näher, und ich bin ambivalent. Dabei habe ich keine neuen Argumente, es ist alles noch genau wie die letzten Male, so innerlich. Der Gedanke der Ungerechtigkeit kommt dazu, und der Verschwendung, wenn man es so sagen kann. Ich glaube, es wäre verschwendet, wenn ich KEINE Kinder hätte, denn ich wäre glaube ich eine gute Mutter. Naja, wer glaubt das nicht von sich. Jedenfalls, Gedanken an Fairness und Verschwendung sind irgendwie absurd, da so völlig irrelevant.

Wenn ich 15.000 Euro bezahlen müsste, um garantiert ein Kind zu bekommen – würde ich es tun? Vermutlich. Hier geht es aber immer nur um die Möglichkeit, eventuell schwanger zu werden, um dann eventuell ein gesundes Kind auf die Welt zu bringen. Würde ich dafür 15.000 Euro bezahlen? Es ist halt wie Lotto. Ich spiele übrigens kein Lotto. Aber bei Gewinnspielen, da gewinne ich recht häufig…

Wie dem auch sei, bald geht es (wenn der Schilddrüsenwert Ende der Woche okay aussieht) weiter mit ICSI Nummer Zwo, mit ICSI Nummer LAST, und das ist für mich so weit weg und das ist okay. Aber damit endgültig abzuschließen, wenn ICSI Nummer NIXGEHTMEHR erfolglos bleiben sollte, das ist sicherlich noch ein Kapitel für sich. Zum Glück haben die beste Therapeutin von allen und ich uns noch ein paar Termine aufgehoben.

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Arztgespräch in der Klinik

Gestern um 22:30 packe ich meine Tasche für den Montag. Portmonee, Krankenkassenkarte, ein Buch, weil ich in der Klinik eine längere Wartezeit haben werde. Überweisung……… ACH VERFLUCHTER KACKMIST, eine Überweisung habe ich natürlich mal wieder vergessen zu besorgen. Ist ja auch erst der siebenunddrölfzigste Besuch in der Klinik, bei der ich eine brauche. Vor lauter Wut auf mich selbst und vor Wut darauf, dass ich mir immer so einen Scheiß merken muss, breche ich umgehend und ohne Umwege in Tränen aus. Meiner Meinung nach ist ja der organisatorische Kram die Seite des Kinderwunschs, die am ehesten übersehen wird und die mich persönlich dennoch ganz schön belastet.

Nun ja, Sonntag Abend konnte ich ja doch recht wenig daran ändern und so saß ich am Montag um viertel vor acht in der Klinik und entschuldigte mich. Und es war gar kein Problem. Nach dem Ultraschall (bei dem alles völlig unauffällig war) schwang ich mich dennoch wieder aufs Fahrrad und radelte durch den strömenden Regen zu meinem Frauenarzt, um mir die Überweisung zu besorgen (vor dem Klinikbesuch dort vorbeizufahren war keine Option, da hatte der Frauenarzt noch nicht geöffnet). Eine gute halbe Stunde war ich dann, durchgefroren und klatschnass, wieder in der Klinik. Was tut man nicht alles.

Aber nun ja, das war ja alles nur Vorgeplänkel, um 10 Uhr hatte ich das Gespräch mit der ❤ -Ärztin. Frau Dr. C. for president! Naja, zumindest vielleicht for president of Kinderwunschklinik.

Wir haben folgendes besprochen und entschieden (in der Laienvariante von mir nacherzählt, natürlich):

  • Eizellenreifung: Bei der ICSI waren ja von 15 Eizellen nur 5 reif. Bei der IVF hatten wir 14 Eizellen entnommen, und nur eine ließ sich befruchten. Bei der IVF kann man aber offenbar tatsächlich nicht sehen, ob die Eizellen reif sind. Auch vor der Entnahme kann man dies nicht sehen, da muss man sich rein nach den Größen im Ultraschall richten und die waren gut. Es kann sein, dass es auch bisher ein Problem war. Entscheidung: Bei der nächsten ICSI wird nicht mehr nur mit Puregon (FSH), sondern zusätzlich mit Menogon (LH) stimuliert. So sollten hoffentlich mehr reife Eizellen enstehen. (Das heißt auch: mehr Spritzen, yaay! Statt einer täglich dann zwei. Aber immerhin kann ich die zeitgleich nehmen. Auch wenn das Menogon etwas umständlicher zu „bedienen“ sein wird.)
  • Gerinnung: Die „normale“ Gerinnung ist in Ordnung. Man könnte noch weitere Gerinnungstests von Gerinnungsspezialisten machen lassen. Da ich aber sowieso schon nach dem Transfer Clexane spritze, nehme ich einfach zusätzlich ASS und dann ist es auch egal, ob ein Gerinnungsproblem da ist oder nicht. Das war im übrigen mein Vorschlag, da ich keine Lust hatte, weitere Tests zu machen und auf die Termine zu warten. 😉 Das ASS sollte auch so nicht schaden. Das Clexane wird ersetzt durch Frexiparin, da ich mich über die dicken Nadeln beim Clexane beschwert habe.
  • Immunologische Sterilität bzw. Inkompabilität: Kommt selten vor. Bedeutet, laut Erklärung der Ärztin: Die Zellstrukturen von Mann und Frau sind sich zu ähnlich und daher wird das Embryo nicht als solches erkannt, und kann sich auch nicht einnisten. Ich soll (wenn ich möchte) bei einer Klinik in Göttingen anrufen und fragen, ob sie dafür bei uns schon eine Indikation sehen. Wir hatten ja „erst“ eine Fehlgeburt und eine biochemische Schwangerschaft. Das wird wohl normalerweise erst nach drei solcher Vorfälle gemacht. Aber die nächste ICSI wird ja unsere letzte sein (und danach eventuelle Kryo-Behandlungen). Wenn die Klinik eine Indikation sieht, dann muss man meines Wissens mal wieder einen Antrag an die Kasse stellen und wenn der bewilligt wird, gibt es in der besagten Göttinger Klinik gar nicht erst eine Untersuchung, sondern direkt eine Immunisierung. Grund: Die Diagnosen wären nicht sicher genug und schaden kann es eh nicht. I don’t know! Jedenfalls, die Immunisierung ist dann sozusagen eine Impfung, die ich bekomme, mit seinem Blut. Dazu müssten wir nach Göttingen fahren. Das ist von hier aus etwa 2:45h Fahrt, das geht ja noch so gerade (toll ist es natürlich nicht).

Angesprochen habe ich auch noch:

  • PICSI: Ist beim Spermiogramm meines Mannes nicht notwendig, wir sind noch mal alle Spermiogramme seit 2014 durchgegangen.
  • Assisted Hatching: Ist umstritten, ob es nach den deutschen Gesetzen überhaupt erlaubt ist. Unsere Klinik macht es nicht, weil es wohl unterschiedlich strenge Ärztekammern in Deutschland gibt, die das Gesetz unterschiedlich auslegen, und „unsere“ zu den strengeren gehört. So oder so wäre es für uns bisher ohnehin nichts gewesen, weil wir dafür nicht genügend Embryonen rausgekriegt habe.
  • Gebärmutter-Scratching: Bei uns auch nicht relevant, da wir ja offenbar kein Problem mit der Einnistung hätten. Wird in der Klinik aber durchaus gemacht, es sei zwar umstritten, aber die Studien würden immer nur ergeben, dass es entweder was bringt oder halt auch nicht schadet.

Ansonsten muss ich noch den PAP-Abstrich einreichen (FA-Termin Ende Januar), und mein TSH-Wert ist plötzlich zu hoch, daran arbeite ich aber schon (nehme jetzt 75 statt 50 L-Thyroxin). Und den Genetik-Befund soll ich noch mal nachreichen, den hat sie in unserer (wirklich ziemlich dicken) Akte nicht wiedergefunden. Ich weiß auch nicht, ob wir den jemals eingereicht hatten. Der war ja in erster Linie für den MDK.

Tja, Frau Dr. C. war wieder super sympathisch und toll. ❤ Die würde ich am liebsten mitnehmen. Naja, mein neuer Frauenarzt ist ja auch sehr nett. Wir sprachen noch über das anstehende Behandlungsende. Sie konnte es verstehen, aus ihrer Sicht würden sie aber noch mindestens eine weitere Behandlung machen. Ich weiß nicht, ob ich das beim Gatten durchbekomme. Eigentlich will ich es auch nicht. Glaube ich. Es ist alles immer so unsicher… Wenn man doch nur vorher wüsste, wie es ausgeht.


So, jetzt ist es drei Stunden her, seit ich diesen Beitrag geschrieben habe und der festen Überzeugung war, ich hätte ihn veröffentlicht. Aber neuerdings muss man bei WordPress ja immer bestätigen, dass man WIRKLICH veröffentlichen will, und das vergesse ich dauernd. 😉 Also veröffentliche ich jetzt erst (aber WIRKLICH!!!), aber kann direkt ein Update anhängen:

Die Klinik in Göttingen habe ich angerufen, und sie geben keine Indikation. Voraussetzung seien bei ihnen 3 erfolglose ICSIs oder Kryos. Ob die IVF mitzählt, habe ich mir jetzt irgendwie gar nicht so recht gemerkt, aber selbst mit IVF haben wir ja erst zwei Versuche. Wenn die ICSI schiefgehen SOLLTE (*klopf auf Holz*) und wir noch Kryos HÄTTEN (*klopf auf Holz*), kann ich ja immer noch anrufen. Das zumindest ging nämlich sehr unkompliziert, ohne große Wartezeit, und mit sofortiger Nachfrage und Schilderung meines Falls beim Oberarzt (!). Und zumindest müssen wir uns jetzt keine Gedanken mehr darüber machen, ob wir das wollen, und keinen Antrag mehr stellen.

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Neues Jahr, neues Glück

In den letzten zwei Jahren habe ich hier einen Jahresrückblick veröffentlicht (2016, 2015). Dieses Jahr fand ich das irgendwie witzlos. Was ist passiert 2017? Wir haben einen Antrag für die ICSI bei der Krankenkasse gestellt, dann haben wir neun Monate gewartet, hatten dann eine ICSI und das Jahr war vorbei.

Natürlich ist zwischendurch auch noch was geschehen. Die genetische Untersuchung war aber das einzige erwähnenswerte im Kinderwunschbereich, denke ich. Dennoch möchte ich eine kleine Bestandsaufnahme machen: Wo stehen wir? Wo geht es hin?

Generell habe ich einigen Menschen mittlerweile davon erzählt, dass auch die ICSI negativ ausgegangen ist. Und dass wir eine biochemische Schwangerschaft hatten – also einen positiven Test und dann doch keine Schwangerschaft. Und ich bin wirklich erstaunt von den Reaktionen. So wenig „Das tut mir Leid“ und so viel „Dann halt beim nächsten Mal“ habe ich noch nicht gehört. Was ist da los? Gewöhnungseffekt? „Das sind halt die mit den Kinderwunschbehandlungen, die machen weiter bis es klappt“? Mein Umfeld reagierte jedenfalls erstaunlich entspannt bis gelangweilt. Selbst die Schwiegermutter, die sonst SEHR emotional ist.

Für uns war die ICSI eine große Sache. Für MICH war sie das. Für alle anderen ist es glaube ich nur ein weiterer Begriff, mit dem sie trotz Erklärung nicht viel anfangen können. Für Menschen, die nicht im Thema drin sind, ist eine ICSI jetzt auch nicht spektakulär anders als eine IUI. Naja, das soll mich nicht weiter tangieren. Es ist wie es ist. Und Mitleid will ich ja eigentlich eh nicht. Dann kriege ich keins und beschwere mich auch wieder. Ist auch nicht leicht mit mir… 😉

Ich warte derweil auf den ersten Zyklustag. Nach dem Progesteron ist mein Zyklus immer recht durcheinander, ich hatte nach der ICSI gar keine richtige Menstruation, sondern nur wieder ewige Schmierblutungen – hatte ich nach der IVF aber auch schon, daher war ich nicht weiter beunruhigt. Nur macht es die Zyklusberechnung ziemlich schwer bis unmöglich. Wenn man nach meinem heutigen Körpergefühl gehen kann, steht der erste Zyklustag des nächsten Zyklus aber kurz bevor. Dann darf ich wieder in der Klinik anrufen, einen Termin für die Zyklusmitte vereinbaren, wo noch mal geschallt wird. Außerdem habe ich ja den Gesprächstermin am 22. Januar mit der Lieblingsärztin. Ich möchte mir da noch mal genau erklären lassen, was jetzt eigentlich lost ist, was los war, wieso so viele Eizellen unreif waren, und was beim nächsten Mal anders gemacht wird. Ob mein Mann dabei sein kann, ist noch fraglich. Der Termin ist nämlich um 10 Uhr. Ich habe gesagt, im Zweifel gehe ich halt allein. Ich bin eh tiefer im Thema drin. (Kleine Anekdote am Rande, ich wurde angeschaut, als wäre ich bescheuert, als ich nach einem Nachmittagstermin fragte, den um 13:45 Uhr ablehnte und fragte, ob nicht vielleicht so 16 Uhr ginge. Absurd, offensichtlich.)

Präventiv vereinbare ich dann schon mal einen Frauenarzttermin, sicherlich braucht es ein neues Abstrichergebnis, und rufe auch noch mal beim Hausarzt an, wie lange mein letztes Schilddrüsenergebnis her ist. Beides darf ja nur ein halbes (oder doch ganzes?!) Jahr alt sein. Zumindest bei HIV sollte ich dieses Mal aber abgesichert sein, das war ja erst im Oktober.

Das ist also das Vorgehen. In mir drin, wie sieht’s da aus? Ich habe neulich so gedacht: Es ist schon erstaunlich. Mir geht es ausgezeichnet. Alles ist super. Bis auf die Sache mit dem Kinderwunsch. Und der ist überhaupt nicht mehr so beherrschend. Da hat die Therapie wohl geholfen. Und die Zeit sicherlich auch. Aber irgendwie ist es inzwischen so wie zwei abgekoppelte Bereiche, einer in dem es mir gut geht und in dem anderen läuft es eben total mies, aber das ist ja ein anderes Thema, das kann ich gut ausschalten in meinem Kopf. Ansonsten läuft es echt mega. Ehe gut, Familie gut, Job okay, Innenleben top, Freizeitleben gut, Freundeskreis gut. Ich hab nicht mal gute Vorsätze gefasst, was ich sonst immer mache, weil ich mit mir selbst momentan einfach sehr zufrieden bin. Ich mag, wer ich bin und wie ich bin. Zum ersten Mal. Ich habe sogar an Weihnachten Fotos von mir gesehen und gedacht „Oh, wie hübsch ich aussehe!“ – das ist mir glaube ich noch nie passiert. Wow!

Ein erfüllter Kinderwunsch wäre also das Sahnehäubchen. The cherry on top. Das i-Tüpfelchen. Ich bin gespannt, was das Jahr bringen wird.

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Glühwein, 30 Prozent, Weihnachten.

Es ist Weihnachten. Fast. Oder doch schon ganz, wie man es nimmt. Es ist halb eins, also ist im Prinzip schon der 24. Dezember. Mein Mann ist bei einem Freund, ich habe den Abend damit verbracht, Geschenke Wfür ihn einzupacken, das Roastbeef für morgen sanft mit Gewürzen einzureiben, am Advents-Fotoalbum zu basteln, zwei Serienfolgen anzusehen und Glühwein zu trinken. Eine Tasse hatte ich schon gestern Abend, den Rest habe ich heute vernichtet.

Seit dem Ende unseres ICSI-Abenteuers trinke ich wieder Alkohol – gern auch mal zu viel Alkohl – und denke dabei: Wer, wenn nicht ich. Wann, wenn nicht jetzt.

Ich habe keine aufgeregten Kinder, die heute Abend nicht einschlafen können. Ich habe: einen Berg von Geschenken unter dem Baum, für Nichten, Neffen, Schwiegereltern, Eltern, Schwägerinnen, Schwäger (Schwager?). Geschenke für meinen Mann. Einen wun-der-schönen Baum. Zeit für mich. Ich habe Glühwein und Serienzeit. Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich zu viele Geschenke für die Kinder habe.

Ich weiß nicht genau, weshalb ich diesen Beitrag angefangen habe, denn nun muss ich weinen.

Ich habe: ein weiteres Jahr im Status Quo. Es nutzt nicht mal was, einen Kinderwunsch-Jahresrückblick zu schreiben, weil so wenig passiert ist. Danke, MdK. Aber nächstes Jahr wird nun definitiv unser letztes Kinderwunsch-Jahr. Eine ICSI noch. Ich weiß gerade wirklich nicht, wie es mir damit geht. Kryo-Behandlungen? Ich glaube nicht mehr dran.

Immer der Gedanke an Dr. M., der mir beim letzten Ultraschall sagte: „Nach einer biochemischen Schwangerschaft ist die Wahrscheinlichkeit, bei einer weiteren ICSI schwanger zu werden, stark gestiegen. Sie liegt dann bei 30 Prozent.“ DREISSIG PROZENT are you fucking kidding me? Das habe ich nicht mal meinem Mann erzählt, weil es mich SO entmutigt hat. Die Zahlen von der zweiten, dritten ICSI habe ich mir nicht gemerkt, weil mein Kopf die 30% noch nicht verarbeitet hatte und wir keine ICSIs nach der nächsten haben werden. Und ja, das ist ein Schlussstrich, den wir uns selbst gezogen haben. Aber er macht ja Sinn. Das weiß ich sicher morgen früh wieder. Wenn der Glühweinnebel, das Selbstmitleid und die überemotionale Stimmung sich verzogen haben.